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wo ungestüme Sclbstrache nicht selten der unbehilflichcn und lang-samen Gcrcchtigkeitspstegc Vorgriff, entschuldigte das Dasein dieserStiftungen, die endlich nach fester Ausbildung der Staaten ver-schwunden sind*).
Der alte Thurm Rore stand hier schon seit manchem Jahr-hundert. Einst war er der Grafen von Rore Sitz gewesen, derenGebiet sich, in heut' unbekannten Grenze», von hier und der Aarebis an die Neuß hinauf, über das Kloster von Muri hinweg, aus-gedehnt hatte. Hier war deS ganzen Landes Mallstätte gewesen,wohin das Volk gekommen war, vor dem Stuhl des Grafen Rechtzu nehmen. Daher vermuthlich hatten nachmals die Fürsten vonOesterreich, als sie Gebieter dieser Landschaften geworden waren,die Freiheit oder Zufluchtstätte der Verfolgten und Missethäterdahin gelegt. Das Geschlecht des Grafen von Rore selbst warschon um die Mitte des neunten Jahrhunderts erloschen. Aus denWohnungen, die sich um die Veste des Grafen nach und nach er-hoben hatten, mag die Stadt Aarau ihren Ursprung empfangenhaben. Man nennt auch einen Landolin oder Landolus, derum das Jahr Christi 806 als der Letzte seines Stammes gelebthaben soll. Aber nicht unmerkwürdig ist, daß bis zum heutigenTage unter den Landlcuten der benachbarten Gegend, im Solo-thurner-Gebiet, ein Geschlecht fortblüht, welches uralte Vermächt-nisse und Schenkungen, als unveräußerliches Familiengut genießt,und nicht nur in m ä nnlichcn, sondern auch in weiblichen Nach-kommen stets den Namen „Rudolf von Rore" trägt und sorterbt.
Nach dem Absterbcn des Geschlechts Trüllercy kaufte im Jahr 1L15die Stadt Aarau die Veste Rore an sich, füllte die Burggraben aus,veränderte das Gebäude, machte daraus ihr RathhauS (doch steht derThurm Rore noch in alter Gestalt mitten im Gebäude) und verlegteden Freihof (oder daö ZnfluchtSrecht) auf ihren Kirchhof.