Druckschrift 
5 (1851)
Entstehung
Seite
65
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Der ungeheure Mehrtheil unserS Geschlechts besteht aus Narrenund Bestien, die mit Seifenblase» spielen oder im Koth wühlen;für ei» paar Plapperet") Loh», für ein Wcibergesicht, für einPfaffeugeschrci, für einen windigen Namen ihre gesunde Vernunftin die Pfanne schlagen und dem Tode in den Nachen springen.Das Leben hat wohl etwas, wofür das Leben selbst der Preis seinkönnte. Aber . . . ."

— Und das wäre?

„Das, was Bestien und Narren nicht haben: schlichter Men-schenverstand und was aus ihm hervorwächst, das Rechte, das Wahre,und Gute. Merket'S Euch, Bestie» und Narren, mehr nicht!"

— Wie kau» dir bei der Art zu denken unter den Menschenwohl sein?

„Himmlisch wohl! Zch heule mit den Wölfen, gaukle mit denNarren, und lache in der Einsamkeit. Macht S wie ich, wennZhr froh sein wollet."

— So stehst du ja einsam mitten in der Welt und stehst Dei-nesgleichen nicht mehr.

„Ich bin so einsam nicht; Hab' einen guten Freund, kann zuihm, wenn ich will, und der ist Gott! Ihr habet ohne Zweifelvon ihm reden gehört, aber kennet ihn schwerlich."

Gangolf sah bei dieser Wendung des Gesprächs seinen Nachbarseitwärts mit großen Augen an und sagte: „Wie meinst du das?"

— Buchstäblich. Ihr wißt'S von Pfaffen und Schulmeistern,die wissen'S wieder von ihren Meistern; einer plappert dem andernnach, wie der Staar, und so ist Alles todteS Geplapper. Glaubetmir, wenn Ihr's auch nicht versteht, Gott ist ein ganz andererGoit, als der Gott in den engen Kirche» und Schulen.

„Woher weißt dn es besser, als ste, Freund Jsenhofer?"

") Eine damalige Scheioemünze, etwa drei Kreuzer wcrth.Zsch. No». V. 3