Druckschrift 
5 (1851)
Entstehung
Seite
64
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aus, während Berghohen sich unter Hügeln bald versteckten, baldwieder überraschend hervortraten.

Nach einer Stunde streckte links und rechts das Gebirge seineArme näher gegen einander. Hüben nnb drüben des Stroms er-hoben sich zwei gewaltige Felsenschlöffer, Schildwachtcn vor demEingang in eine neue Thalwelt; links ans schroffer, buschigtcrFelswand, mit vielen kleine» Thürmen und Angebäuden, die VesteWildegg, wo Petermann von Greifensce hauscte; rechts, im Schat-ten finsterer Tannen, das romantische Wildcnstein über dem Aar-user. Dann schloß sich vor den Blicken der Reiter eine großeFerne auf, wie mit einem unendlichen Wald übcrkleidet. Die un-übersehbare Bergkette des Jura zur Rechten zeigte ihre steilenHöhen, ihre Zacken und Gipfel, je weiter hin, um so viel er-habener, zahlreicher und blauer. Links strahlten über den Wipfelndes Forstes, im Abendlicht, die Zinnen der Lenzburg von einerFelshöhe; und von einem andern Hügel daneben die weißen Mauerndes Kirchleins der alten Grafen von Lenzburg.

Doch nach kurzer Zeit schwand Alles, da der Weg immer rauherund übler ward, und die Reisenden mit sich in die finstere Einödeeines Waldes zog.

„Mich nimmt nicht Wunder," sagte Jsenhofer, „wenn es demAdel von Oesterreich gelüstet, dies prächtige Land wieder demBären *) aus den Zähnen zu reißen. Darüber aber wird der fetteBissen selber am meisten zerfetzt werden."

— Dächten die Andern im Aargau wie ich, erwiederte HerrTrüllerey, sollten dem Adler und Bären Schnabel und Zähne anunfern Felsen stumpf werden. Wir könnten uns gar wohl unsererHaut wehren, wenn wir Herren und nicht Knechte sein wollten.

„Grämet Euch kein graues Haar darum au, Herr Gangoir.

) Der Bär war in Berns Wappen, wie neck heut.