— Allerdings! erwiederte Gangols: Die Sägcsser von Bruncgghaben es von Bern zum Lehen.
»Sie linn8il gloi'iii niuueli! Der Adler ist ans seinem Nestgeflogen, nun Hecken die Dohlen darin mit ihrer Brnt!" sagteJsenhoser, der das begonnene Gespräch nicht wieder stocken ließ,sondern es über Alles verbreitete, was er in der ihm fremden Land-schaft erblickte, deren Schönheit er nicht genug preisen konnte.
Sie ritten in raschem Trabe durch die grünen Wiesen und Aeckerdes rechten Aarnfers am Fuße des Wülpelsbergcs dahin. Jenseitsdes breiten Stromes, dessen unruhiger Lauf vielerlei Sandbänkeund kleine Inseln schuf, bildete das Juragebirge seinen weitenBogen. Sie sahen drüben die Hütten des Hofes Schinznach ge-lagert, der Sägcfser Eigcnthum, berühmt und besucht wegen be-nachbarter Heilquellen. Diese stiege» damals noch am linken Uferdes Flusses ans dem Boden, bis die Aare fle in einer ihrer ver-wüsterischen Launen verschlang*). Hinter den Hütten jenes Hofestiefte sich im grünen Schoos der Berge ein geräumiges, heiteresThal ein, worin die finstern Burggeinäuer von Castelen**), unddarüber an den Felsen hängend die Thürme und Zinnen vonSchenkenbcrg sich sonneten.
Jeder Schritt verwandelte um die Reisenden her das Schau-spiel. Die Gebirgslandschaft regte und bewegte sich durch ein-ander wie ein Zaubergemälde, in welchem Dinge Leben haben,die sonst starre Massen sind. Eben gesehene Thälcr verschwandenin Wäldern, und neue schloffen dem Auge freundlich ihr Inneres
*) Erst im Jahr 1660 wurde die Quelle mitten in der Aare auf einerInsel wieder gefunden. Jetzt fließt sie am rechten Ufer aus.
**) DaS jetzige Schloß ist erst im Jahr 16-13 gebaut, weil das alte, derSchenken von Castclcn Stammhaus, dem Zusammensturz nahe war.