58
So lange die Städte im Aargail Oesterreichs Schirm genossen,haben sic treulich dessen Kriege gethan und mit Gold und Blutdie Gnadengeschenke der Könige abbezahlt. Als n»S Habsburgfahren ließ, haben wir zu Bern geschworen. Wie könnt' nnS derKönig vertrauen, wenn wir Verräther würden an unfern liebenHerren zu Bern und de» Eidgenossen? DaS sei ferne von uns.Es ist leichter, daß unsere Brückenthürme an den Bötzberg hin-auftanzen, als daß wir von Treu und Glauben lassen.
„Das nenn' ich mir einen Trumpf!" rief Jsenhofcr: „Dochwollen wir sehen, wer im Spiel den letzten Stich macht! ImGrund, ihr Herren Aargauer, scheint mir'S, euch sollt' eS gleichgelten, wessen Schleppe ihr nachtraget, HabsburgS oder Berns.Ihr seid in jedem Fall doch nur gehorsame Diener; und ein Herrist zuletzt wie der andere."
„ Gott's Wetter schlag' drein!" schrie Bcntelin: „Macht dichder Wein so früh verkehrt, Jsenhofcr? Ein Herr, wie der an-dere? Willst kaiserliche Majestät in Reih' und Glied stellenmit dem Kühmelker von Schwyz, oder dem Metzgermcister vonBern?"
„Hei!" rief der Dichter von Waldshnt lachend: „Thron oderMelkstnhl, ist beides zuletzt Wurmfraß; der Mann darauf gilt,der Herr ist! Die Eidgenossen wisse», wofür sie fechten. Frei wollensie sein, Könige in ihren Hütten. Kein übler Einfall! Die Men-schen haben dem Zufall und Scharwenzel in die Karten gesehen.Sic halten den Thron für einen vergoldeten Melkstuhl, und wollennicht des Herrn Kühe sein. Ihr Aargauer aber, was wollet ihr? —Für die Ehre eurer Kuhschaft die Hörner abstoßen?"
„Verdammter Frevler!" sagte der Herr von Hemmenhofen,indem er aus vollem Halse lachte: „Säß' ich neben dir, ich würdedir die Ohren zupfen!"
„Und ich," fiel Gangolf ein, indem er Jsenhosern die Hand