Druckschrift 
5 (1851)
Entstehung
Seite
57
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Sic wären selbst gern Herren,

Sic sind sich nur zu grob.

O König, du sollst wehren,

So mehret sich dein Lob!

Diese Verse, Jsenhofer," sagte Bentelin lachend,haben einirisches Herz trotz ihrer Gliedcrsucht."

Darum eben sind sie gut österreichisch! " crwicdcrte der Dich-ter: Der König hat den rechten Muth; aber er sucht ebenfallsbessere Glieder. Das Reich ist störrisch, die Ritterschaft faul, nurhinter Wcinkanncn nicht; und Frankreich will helfen, aber nichtdem römischen König, und nicht dem Adel, sondern sich selber.Sind das nicht schlechte Glieder für Oesterreich?

Gott's Blut!" schrie Bentelin:Und bist du nicht das faulstevon Allen? Mich nimmt Wunder, ob du nicht unterm WammSein weißes Kreuz trägst?*)"

Besser, als das rothe, wcnn's Euch die Schweizer mit Helle-barden auf den Rücken malen, daß ihr darunter pfuchsct, wie pipsigeHühner! erwiederte Jsenhofer. Viele der Anwesenden lachten.

Ihr Herren von Brugg ! " rief Bentelin:Der Witzbold führteuch aufs Glatteis! Ist euch zu rathen, so lachet mit denen, diezuletzt lachen. Manch Städtlein wird ein rothes Kreuz von Feuerund Flammen empfangen, und Bern das erste. Ihr seid unterdem Hause Habsburg reich geworden, und von Kaisern und Königenmit Freiheiten und Rechten beschenkt. Warum wollet ihr nichtzu Habsburg zurück, und lieber undankbar mit den Feinden dessel-ben gegen eure alten Wohlthäter ziehen?"

Da nahm der greise Schultheiß Effinger das Wort und sagte:Meiden wir solche Gespräche, sie führen zu keinem guten Ende!

*) Da§ weiße Kreuz auf bcu Klcireru trugen die Eidgenossen, um sichin Schlachten zu erkennen; die Ocsterrcichcr das rothe.