und in diesem ein geheimer Aergcr über des Schullheißen Unem-pfindlichkeit für des Aargan'S unabhängige Stellung. Sobald sich,nach einiger Zeit, ein schicklicher Augenblick darbot, benutzte ihnder junge Mann, sich zu entfernen, um seine Braut anfzusnchenund zum Gastmahl im Effinger'schcn Hanse abznholen.
tt.
Die Braut.
Sein Herz schlug bange und freudig, als er die enge Treppeeiner bürgerliche» Wohnung zu den Zimmern der Geliebten Hin-aufstieg. Er hoffte sic zu überraschen. Schon hörte er im Geistihren Schrei, sah ihre Bestürzung, fühlte ihre Umarmung undwußte er jedes schöne Wort, was er zu sagen habe. Indessengeschieht oft, daß die Wirklichkeit ganz etwas anderes verleiht,als worauf wir uns bereiteten.
Eine der Kammerfrauen trat ihm in einem schmalen Gang ent-gegen , das Zimmer der Gebieterin zu öffnen. Aus demselben tratim gleichen Augenblick ein reichgckleideter, junger NitterSmann,der sich mit ehrerbietiger Freundlichkeit vom Fräulein beurlaubte,welches über dessen Achseln crröthend den ankommcndcn Bräutigamerblickte. Ohne sich durch die Gefühle, die sic nicht verbergenkonnte, in den äußern Gebräuchen des Anstandes stören zu lassen,entließ sie mit gleicher Huld und Würde den Abgchenden, wiesie den Ankommenden in ihr Gemach zu treten bat. Hier küßtedieser stumm nnd bewegt erst ihre zarte Hand, dann schloß er mitUngestüm die schlanke Gestalt der Verlobten an sein pochendesHerz. Sie aber wandte lächelnd das Gesicht seitwärts, daß seineLippen nur ihre Wangen berührten, und sagte: „Warum so spät,mein edler Junker?"