Druckschrift 
5 (1851)
Entstehung
Seite
42
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das Anrücken der Armagnaken, die Slärkc und Absicht des franzö-fischen Heeres, der Anspruch Friedrichs auf sein Recht im Aargau,und Anderes besprochen, was Ereignisse dieser Tage berührte. Lieberwäre der Bräutigam seiner Sehnsucht gefolgt, und zur Verlobtenhingeeilt, hätte ihn nicht der Schultheiß in ein Gespräch verflochten,welches seine ganze Aufmerksamkeit fesselte,

Ich war erst unlängst im Freihof zu Aarau," sagte der Schult-heiß,um mit Euerm Herrn Vater und seinen Freunden im dortigenStadtrath vorläufige Abrede über das Verhalten unserer Städtebeim Wiedcransbruch des Krieges zu nehmen. Aber ich darf'S janicht verhehlen, ich erkannte Herrn Rüdiger, Euer» Vater, meinenalten Freund, kaum wieder. Von Landessachen war nicht mit ihmzu plaudern, Ihr werdet ihn sehr verändert finden, lieber Herrund Freund, da Ihr ihn seit Eurer Reise zum König von Frank-reich nicht gesehen habt,"

Meinen Vater?" sagte Gangolf bestürzt,

Er ist abgeschwunden zu einem Schatten!" fuhr der Schult-heiß fort:Es scheint, ein unheilbarer Trübsinn verfinstert seinGcmüth und zehrt die Neige seiner Kräfte auf. Er theilt sich An-dern wenig mit, spricht viel für sich selber, ist oft ganze Tage imober« Gemach des Thurmes Nore verschlossen, ja oft ganze Nächte,und man liefet die Gleichgültigkeit in seinen Augen, mit der eralle Vorgänge anfieht,"

Ihr machet mir bange!" rief Gangolf:Was ist ihm begegnet?"Eine schleichende Krankheit," erwicderte der Schultheiß:dieihren Sitz in der Leber hat, sagt der Arzt, Was weiß ich's? Garnahe Gefahr ist wohl nicht zu befürchten, doch sollet Ihr Euchans Alles bereit halten. Darum ist mir's recht, Euch zu sprechen.Denn ich meine, Ihr sollet bei Euerm Vater verbleiben, undnicht weiter mit dem österreichischen Adel und im Dienst des Mark-grafen nmherzichen.