Druckschrift 
5 (1851)
Entstehung
Seite
41
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licht scheitelte sich ein schneeweißes Haupthaar zu beiden Leite»bis auf die Achseln, wo das einfache, schwarze Kleid von einembreiten, gefältelten Kragen des feinsten Linnens gedeckt war.

Um ihn nicht zu stören, blieb der Ritter einen Augenblick unterder offenen Thürc stehen, ward aber bald bemerkt. Der Schult-heiß erhob sich freundlich, sobald er den Gast erkannte, hieß ihnmit treuherzigem Händedruck willkommen, fragte um Wohlbefinden,und woher? und wohin? und befahl zur Thür hinaus, daß mauErfrischungen bringe.

Ihr trefft zur Glücksstunde ein, lieber Herr und Freund,"sagte er,denn Jungfrau Ursula ist in unserer Stadt. Zwar hatsic mir das Leid angethan, nicht vor meinem Hause abzustcigcn;doch wird sie eben heut' mit »ns zu Mittag speisen, und Ihr,versteht sich's, seid von Herzen eingeladen."

Nu» erfuhr Gangolf, daß seine liebenswürdige Verlobte mirnoch zwei Tage in der Stadt verweilen, dann zu ihrem Vater,Hans von Falkcnstcin, nach Seckingen reisen werde; daß sie, un-gerechnet einige weibliche Bediente, einen Ritter Bentelin vonHemmenhofen und einen lustige» Gesellen von Waldshut, NamensJscnhoser, zur Begleitung habe, der kurzweilige Verse mache, aberein Erzfeind der Eidgenossen sei.

Dieser Jsenhofer gefällt mir nicht!" sagte der Schultheiß :Erist ein.Witzjägcr, ohne Verständigkeit; ein unbesonnener Schwindel-kopf, der zu nichts Rechtem taugt, und da gern Feuer anbläset,wo er löschen sollte. Ich wollte, die Herren von Falkenstein dul-deten ihn nicht um sich. Er erbittert gegen die Schweizer, wo-hin er kommt; das wäre jetzt am wenigsten »öthig, da die Zu-sammenkunft in Baden so schnöden AuSgang hatte."

Während eine Magd, zum Frühstück, ans silbernem Teller invergoldeten Bechern, Malvasier, auch geröstete Brodschnitte undBackwcrk aller Art auftrug, ward die lctztberührtc Begebenheit,