-iO
->.
Der L chu l r hc i ß o o » Brugg.
Svätcr, als er selbst gewollt, erwachte der junge NitterSmannam andern Morgen. Alsbald kleidete er sich mit größerer Sorg-falt, um vor den Augen der Braut nicht ganz mißfällig zu er-scheinen. Um sein Barct ließ er weiß und roth gekräuselte Federnwehen. Das Wamms, mit Goldstickerei an den Nähten, warum Hals und Brust, und am Saum der faltenreiche» Schoße, mitkostbarem Pelzwcrk verbrämt. Selbst die Ränder der weiten Stul-pen an den Stiefeln, die nur bis zur halben Wade reichten, sahman mit Goldschnur besetzt. Das große Schwert hing an der Hüftenicht nur vomj,Leibgürtcl, sondern auch vom breiten Gchäng überdie Achsel gehalten, sowohl der Zierlichkeit willen, als auch, daßdie lange Klinge bcquemlicher zu tragen sei.
Als ihn die WirthSlente, da er sich zum Schultheißen begebenwollte, noch ehrerbietig zur HanSthür begleiteten, vernahm er vonihnen, daß die Beghardcn bei Anbruch des Tages wieder abgc-reiset wären. Da gedacht'er, nicht ohne stille Bewunderung, derschönen Reisegefährtin. Doch ward diese bald vergessen, als ernach wenigen Schritte» das Hans des Schultheißen Ludwig Efsingererreichte, wo er Ursula von Falkenstcin, seine Braut, zu sindcnerwartete.
Der Schultheiß, ein achtbarer Greis, saß im Halbdunkeln Zim-mer , und las emsig ein vor ihm aufgeschlagcncS dickes Buch. Ersah nicht um, so gedankenvoll war er. Den Tisch vor ihm, welchenviele Schriften und Pergamentbriefe mit großen daranhängendenSiegeln bedeckten, so wie ihn selbst, beleuchtete der durch dierunden Scheiben des kleinen Fensters fallende Sonnenstrahl. Eswar ein ehrwürdiger, frischer Alter, den das Gewicht der Jahrenicht beugen zu können schien. Ucber sein volles, röthliches Ge-