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5 (1851)
Entstehung
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dem Kopf nach der entgegengesetzten Seite, wo der Lollhard ansder verdorbenen Landstraße trockene Stellen für seine Schritte suchte.Sie lüpfte das Manteltuch vor dem Gesicht, wovon Gangolfs un-schuldige Neugier aber keinen weitern Vortheil hatte, als daß ereine kleine, weiße Mädcheuhand gewahr ward, deren anmuthiggebogene Finger die äußer» Spitze» im Morgenroth getaucht zuhaben schienen. Nach einer Weile sagte die immer von GangesAbgewandtc mit einer schmeichelnden Stimme:Du bist müde,Vater. Laß mich absteigcn und ruhe du."

Die Süße dieses weiblichen Lautes und die kindliche Liebe indieser Bitte rührten Gangolfs Gemüth gleich mächtig. Hätte ermit ritterlichen Ehren auf dem Rosse sitzen dürfe», während derschwache Fuß der Jungfrau auf der rauhen, durch Regen zerstör-ten Landstraße kaum gangbare Stellen gefunden haben würde?

Sie hielt wirklich den Esel an. Gangolf aber war im gleichenAugenblick schon zu Fuß und führte sein Roß dem Alten zu.Nehmt meinen Platz ein!" sagte er zum Lollhard:Denn wer,wie ich, den ganzen Tag auf dem Gaul sitzt, findet Erholung,wenn er sich seiner Beine wieder bediene» kann." Er ließ nichtnach, bis der Alte das Roß bestieg.

Der Lollhard, welcher seine Müdigkeit nicht vcrläugnetc, zeigtebei Gangolfs Anträge keineswegs jene Verlegenheit, die derNiedrige gewöhnlich bei einer Herablassung und Güte empfindet,mit welcher ihn der Große überrascht, sondern nur ein freund-liches Erstaunen über diesen Beweis von einer Leutseligkeit, diedamals eben nicht zu den Tugenden der stolzen Ritterschaft ge-hörte. Er dankte, schwang sich ohne Mühe aufs Roß, und seineHaltung und sein Anstand verriethen, daß er hier nicht an unge-wohnter Stelle sei. Gangolf ging nun zwischen beiden einher.So oft cS der Weg gestattete, warf er den Blick seitwärts, umans seinem veränderten und günsiigern Standpunkt unter dem Haupt-