Druckschrift 
5 (1851)
Entstehung
Seite
34
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Denn Herr Marguard war der vertrauteste Freund des Freiherr»von Falkcnstein, nnd sein Einfluß auf diese» groß.

Die Fähre landete indessen am andern Aarnfcr unter den Hütte»der Stillt. Gangolf wars den Schifsleutcn für sich und die Bcg-harden den Fährlohn hi». Der alte Lollhard bemerkte seine Frei-gebigkeit, verbeugte sich und sagte:Edler Herr, Ihr habt mirund meiner Tochter schon mehr, als Fährgeld erspart. Gott lohneEure Großmuth."

Am Ufer hob derselbe dann die verhüllte Tochter ans den Satteldes Esels, auf welchem sic, den Rücken gegen das Gebirg ge-wandt, bcguemlich und leicht saß. Der Alte ging am langen Stabeneben dem Thiere her. Gangolf ritt langsam mit ihnen den vomUfer cmporstcigendcn Weg zum Dorf hinaus und die Straße genBrugg. Der Himmel erheiterte sich. Bald kamen sie unter denFelsen der Kirche von Rain vorüber.

Als der Lollhard bemerkte, daß Herr Gangolf den Lauf seinesmuthigc» Pferdes nur darum zurückhielt, um sie zu begleiten,sprach er:Wenn ich glauben darf, daß Ihr unsertwegen zögert,so bitte ich, lasset dem Roß die Zügel fahren. Veronika und ichreisen in Gottes sichcrm Geleit!"

Ich verlasse Euch nicht bis zur Stadt, wenn Ihr mich nichtvorher verlasset! antwortrte Gangolf kurz, und verfolgte seinenbisherigen langsamen Schritt. Niemand redete weiter.

Indessen fing zuletzt doch selbst den jungen Ritter an, die trägeFortsetzung der Reise ei» wenig zu langweilen. Es ward ihmauch das fruchtlose Brüten über seinen Grillen zuwider. Sich zuzerstreuen, wars er den Blick links auf die weite Gegend umher,jenseits der Aar, auf die spiegelnden Wellen erst der Limmat,dann der Neuß, die beide sich aus fernen, weitgctrennten Quellender Alpe» hier zusammenfinden, um ihr Leben in dem des mäch-tigcn AarflromS aufzulöscn. Dann, um seine Begleiter, die er