Druckschrift 
5 (1851)
Entstehung
Seite
33
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die freie Wahl der Herze», als das Werk des Markgrafen denHochberg gewesen sein mochte, hatten die Herzen gern nachhergebilligt, was Klugheit und persönliche Vorliebe des kaiserlichenStatthalters der vorder» Lande mit dem Vater der Braut, Han-sen von Falkcnstein, gestiftet.

Diese Verhältnisse dürfen dem Leser nicht unbekannt sein, umsich Gangolfs stilles und finsteres Benehmen seit seinem Zusammen-treffen mit dem Herrn von Baldegg zu erklären. Denn schon dieerste Botschaft, welche er von demselben vernahm, daß sich znBaden alle Friedensunterhandlungen zwischen Zürich und den Eid-genossen zerschlagen hätten, zerriß einen großen Theil seiner Hoff-nungen, Mit der Gewißheit vom nahen Wicderausbruch des Kriegeshatte er auch die Gewißheit von der längern Aufschiebung seinerVermählung, Und eine Aussicht, wie diese, trägt für einen Bräu-tigam nichts Ergötzliches, der in Träumen die Geliebte schon hun-dertmal in die väterliche Burg, als Neuvermählte, eingeführthatte. Wie viele tausendköpfige Schicksalshydern umringten undvcrtheidigten nun wieder das Brautbett gegen die Sehnsucht desVerlobten! Nun lagen noch weite Schlachtfelder, hohe Schloß-maucru und BelagernngSstürme, Schlingen und Netze eifersüchtigerNebenbuhler und zahllose Möglichkeiten von Trennung durch Ge-walt, Untreue oder Tod, zwischen ihm und dem Traualtar.

Vielleicht hatte die Verstimmung seines Gcmüths durch solcheBetrachtungen nicht wenig dazu beigctragen, daß er den HerrnMarquard so unsanft ans dem Gewölbe geschleudert und daß erin jenem Augenblick die ungeheure Stärke seines Arms vergesse»batte. Denn wenige Menschen kamen ihm an Muskelkraft gleich,Er warf Zentnersteine wie leichte Ballen, und drückte eiserne Huf-eisen mit der Hand zusammen, wie dünnes Blei, Herr Marquardwar im Zorn von ihm geschieden, und die Warnung: Junggesell,eS könnte dich meine Vetterschaft kosten! bebielt einiges Gewicht,Zsch, No», V. 2