Druckschrift 
5 (1851)
Entstehung
Seite
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Verzeiht, Herr Marguard," sagte Gangols,aber es ist nichtsein von Euch gerhan, ein schwaches Weib zu überwältigen/'

Erst ans dieser Anrede konnte sich Marguard, der verwundertund erzürnt nach alle» Seiten nmhersah, den unwillkürlichen Flugund wie er zum Sitzen gekommen sei, erklären.Ihr seid eingrober Gesell, Herr Trüllerey!" sagte der Herr von Baldeggärgerlich, indem er aufstand und sich den Schenkel rlcb:Werhat Euch, Teufel, znm Rltler gemacht, da Ihr znm Drescher sogut taugt? Setzt künftig den Flegel, statt der Lilie, in EuerWappenschild! "

Den Flegel Hab' ich zur Hand! erwiederte der Jünglingruhig und legte den Zeigefinger ans den blanken Eisenknopf seinesSchwertgriffes: Wollt Ihr mir nun zum rothen Felde meinesWappens die Farbe liefern, so soll der Flegel hinein.

Nehmt's nicht übel," rief höhnisch lachend der Herr vonBaldegg,Euer Witz ist ein erbärmlicher Schmarotzer, der sichan fremden hängen und vollsangcn muß, um das Leben zu haben.Ich frage nur, was mischt Ihr Euch in meinen Handel mit die-sem Landstreicher und dieser Beguttc? Verdächtiges Gesindel ist's,was durchs Land zieht, das Volk gegen den Adel hetzt, Wege undStege ausspäht, um den hungrigen Räubern des Gcblrgs unsereKüchen, Keller und Speicher zu zeigen. Aufknüpscn sollte mandiese Spürhunde längs den Landstraßen, allen Eidgenoffen zurScheuche. Was hindert Ihr den Ausbruch meines gerechten Zorns?"

Der Ausbruch Eures gerechten Zorns vorhin, versetzte Trül-lerey, hatte mehr Zärtlichkeit, als die Sittsamkeit eines Weibesund die Würde cincs ehrlichen Edelmanns ertragen mag!

Junger Mensch," rief Marguard mit donnernder Stimme,und sein unvertilgbareS Lächeln ward nun ein bitteres,ich weißnicht, ob Ihr Händel an mir wollt; aber sucht Ihr, so sollt Ihrfinden! Fast gereut mich, daß ich Euch nicht die tölpelhafte Faust,