Druckschrift 
5 (1851)
Entstehung
Seite
28
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zimmer hatte sich schon längst wieder und dichter, denn vorher,in den Mantel gewickelt, che Marquard von seine», Erstaunengenesen war. Auch hörte und verstand er keine Silbe von denBorwürfen, welche ihm der erzürnte Alte von der Seite zu-schnarchte.

Höre, Lolihard," redete er diesen endlich an,sei aufrichtig,bekenne, wo hast du dies arme Kind geraubt? Das ist keine Waarefür dich und keine Waare von dir. Ich lasse dich ungestraft ziehen,wenn du mir lautern Wein einschenkst. Sperre dich nicht! KeineWinkelzüge. Es ist schon Alles vcrrathen. Das Mägdlein istgestohlen, entführt. Jungfer, Ihr seid in meinem Schutze.Fürchtet nichts von mir, und noch minder von der Rache diesesAlten. Vertraut Euch mir!"

Die Verhüllte bewegte den Kopf verneinend und streckte dieHand heftig vor, als wolle sie, in einer Bewegung des Abscheues,de» Ritter von sich flößen.

Versteh' ich Euch recht?" fuhr dieser fort:Ihr wollt beidem Lolihard verbleiben?"

Sie neigte bejahend das Haupt.

Straf' mich Gott, so hat er Euch behert. Meinethalben,schöne Begntte, bleibet wo Ihr wollt; ich mag'S wohl leiden,wenn Ihr mit dem lebendigen Tod, mit diesem Geripp und Ge-spenst, vorlieb nehmen wollt. Aber vergönnt mir wenigstens, nocheinmal Euer holdes Antlitz zu bewundern."

Hebet Euch von mir! sagte die Begntte unterm Mantel,aber mit solchem Wohllaut der Stimme, daß Marguard nur densüßen Klang, nicht den Zorn darin hörte.

Redet doch nicht zu mir, wie der Herr zum Satan. Ihrhabt mir alle Herrlichkeit der Welt gezeigt; nicht ich zeigte sieEuch. Ich verlange von Euch keinen Fußfall, aber Eure Schön-heit könnte wohl meinerseits darauf Anspruch machen."