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An Euer» Augen hängt die Wollust, an Euer» Lippen Fluch, auEuern Händen Blut der Ermordeten. — Herr, auch ich war,was Ihr seid; ich wünsche, daß Zhr einst, von der heiligen Ge-walt des Geistes ergriffe», werdet, was ich bin.
„Sehr verbunden; doch kann ich dir nicht bergen, daß ich einst-weilen die Gewalt des Geistes nicht bemühe» möchte, aus meinerWenigkeit einen fahrenden Bettler zu machen."
— Der Herr ist allmächtig in den Himmeln und auf Erden;wer widersteht seiner Hand? Cr wird Euer» Stolz beugen undzur Erde schmettern, wie der Blitz de» Wipfel der Tannen. EureBurgen werden von den Hohen niedersteigen und die Grundmauerndemüthigcr Strohhütten betten. In Euer» Helmen werden dieEulen nisten, und die Kinder aus den Straßen mit gebrochenenWappenschildern spielen. Siehe, der Tag ist vor der Thür, dadie Menschen unter den Schrecken Gottes genesen sollen zur Wahr-heit; da die verstoßenen Stiefkinder in ihr ewiges Recht und gött-liches Erbe zurücktrctcn sollen, welches Euer geiziger Hochmuth ge-raubt hat. Es werden die hochbelaubteu Stammbäume am Lichtdes Himmels verdorren, wie Schwämme der Nacht, und die Söhneder Leibeigenen den Töchtern der Freiherren Brautringe geben.Denn wir sind allzumal Kinder Gottes, der da nicht kennt denUnterschied des edcln und unedel» Blutes, aber der da richtenwird die Gerechten und Ungerechten.
Der Alte, indem er dies sprach, stammte mit seinen großenAugen. Unwillkürlich erhob er sich während der Rede vom Sitze;doch mit sanfter Gewalt zog ihn seine Begleiterin wieder an ihreSeite nieder.
„Lollhard, Lollhard!" rief der Herr von Baldegg und drohtemit dem Finger: „Fast will mich bedrucken, du kommest aus denBergen von Appenzell oder Schwyz, unser Bauernvolk aufzuwiegclngegen die gnädige Herrschaft von Oesterreich. Hüte dich, Prophet;