Druckschrift 
5 (1851)
Entstehung
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2 .

Die Gesellschaft.

Er ritt bald gemach. Die rauhen Wege waren non anhalten-den Regengüssen noch ungangbarer geworden. Der Himmel hingwie ein einförmiges graues Gewölbe über ihm, das sich auf dieFelsenmanern und finstern Wälder des SiggisbergeS zu stützenschien. Links jenseits des Limmatstromes schwamm die Landschaftin falbem Nebel des Negengestöbers, mit ungewissen Umrissen.Noch standen die Bäume laubloS in winterlicher Oede. Nur diegeschwollenen Knospen der Kirschbauinzweige und einzelne Früh-blümchen, die fich in den Wiesen oder Felsblöckcn gegen die ranheJahreszeit verbargen, kündeten die Nähe des Lenzes an.

Herr Marquard schlug den Mantel fester um sich, denn derWind zog kalt und scharf. Fast gereuete es ihn, die warme Her-berge von Baden verlassen zu haben. Und als er nach einigenStunden, aus dem Siggenthal hervorgekommen, sich von der Lim-mat ab und rechts um das schroffe Gebirg in die Ebene gegen denWald wandte, däuchtete ihm fast klüger, das näher gelegene Städt-lein Brugg jenseits der Aar zu suchen, statt die Straße nachZurzach und dem Rhein zu verfolgen.

Wie er mit diesem Gedanken beschäftigt und fast am Scheide-wege war, der seitwärts zur nahen Aar und zur Still! führte,erblickte er von ferne einen ReitcrSmann, welcher ihm aus demWald entgegen trabte. Derselbe flog zwischen den hohen Tannenund Eichen durch de» Ncgennebel wunderschnell heran. Er hatteeinen grünen Mantel mit goldenen Spangen um sich geworfen,und die graue Filzkappe, der Nässe willen, über die Ohren nie-dergekrämpt. Auch die rothe und weiße Feder der Kopfbedeckung,vom Wasser verunstaltet, war mit breiter goldener Hafte daranbefestigt.