13
stillstand verlängern, und als hingegen die eidgenössischen Ge-sandten das Gerücht vom Anznge des französischen Heeresgegen die Schweizcrgrcnzcn vernahmen: ward Alles abgebrochen.
„Nichts mehr von diesem faulen Fieden!" riefen die Eidge-nossen: „Fort! Gott und unser Arm helfe uns zu nnserm Recht!Hier stinkt es nach Betrug und Verrath!"
So fuhren die Kardinale , Bischöfe, Grafen, Herren und Botenaller Städte jählings aus einander und ritten den letzten Tag desMärzes 1444 noch spät Abends zu den Thoren von Baden hinausnach ihren Orten.
Nur Markgraf Wilhelm und Herr Peter von Mörsberg bliebenfolgenden Tages in ihrer Herberge, weil sie wegen des Zugesder Armagnaken Vieles zu bereden hatten. Auch waren noch einigeHerren gen Baden gekommen, um den Markgrafen zu suchen undseine Befehle zu holen.
Jetzt lag dem kaiserlichen Statthalter vor Allem daran, dieStädte des Aargan's und noch mehr den aargauischen Adel zuthätiger Mitwirkung für das Haus Oesterreich zu bewegen und vonBern abspenstig zu machen. Dazu erschien ihm Ritter Marquardvon Bald egg willkommen, der desselbigen Tages tu Baden cin-getrvffe» war. Dieser, dessen Väter in den Schlachtfeldern vonMorgarten und Sempach für Oesterreich gefallen waren, dessenStammburg am Baldegger-Sce die Eidgenossen schon vor mehrdenn hundert Jahren zerstört hatten, war jetzt im Besitz des SchlossesSchcnkenberg, einer der größten Herrschaften im Aargau, und derbitterste Feind der Eidgenossen. Obgleich mit Bern verburgrcchtet,und dort mit den Bubcnbergern verwandt, hatte er doch den Bernernauf ihren letzten Kriegszügcn gegen Laufenburg und Zürich man-cherlei Bosheit und Schaden zngefügt. Darum war er einige Zeitaus Schenkcnberg vertriebe» und seine Burg durch dis Berner mitachtzig Mann besetzt worden. Nur durch Fürbitte des Bischofs