Druckschrift 
5 (1851)
Entstehung
Seite
8
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An dc» Grenzen des Kantons Zürich und Schwyz oder Glarusneckten sich die Gemeinden. Kampflustige junge Leute zogen krie-gerisch gegen einander auf, und forderten sich hohnbietcnd heraus.Nichts erweckte in den Eidgenossen schwerer» Grimm, als da sieauf den Kleidern der Züricher zum ersten Mal das alte Zeichen,nämlich das weiße Kreuz, vermißten, woran sich Eidgenossenin Schlachten zu erkennen gewohnt waren, und statt dessen dasösterreichische rothc Kreuz erblickten. Nun wurde der Name der ^Oestcrreicher Fluch, und von Mauern und Kirchenfenstern, Thorenund Denkmalen wurden die Wappen Habsburgs herabgerissen undzerschlagen.

Die Züricher meldeten zwar den übrigen Ständen der Eid-genossen, daß sie in ihrem Bunde mit Oesterreich die eidgenössi-schen Bünde Vorbehalten, und durchaus friedfertige Gesinnungenhätten. Allein wer hätte ihnen glauben mögen? Inner ihren Mauernsaß nun Markgraf Wilhelm von Hochberg und Noteln, derHerrschaft Oesterreich Statthalter in den vorder» Landen, welchemder König alle Geschäfte in seinem Namen zu führen übergebenhatte; ferner Thüring von Hallwyl, aus dem aargauischenAdel, in des Königs Diensten, war Kriegsoberster zu Zürich, unddie Stadt wimmelte von fremden Söldnern nnd KriegSknechtcn,die auch Napperswyl am Zürichsee besetzt hielten, und dort grau-samen Muthwillen mit den Leuten trieben, die etwa aus Schwyz,Glarus oder Zug dahin zu Markte kamen. Alles Unterhandelnund Vermitteln blieb eitel. Der Grimm des Volkes forderte Krieggegen die abgefallcne Stadt. Von allen Seiten kamen Boten nachZürich mit Absagebriefen der Eidgenossen an den Herzog von Oester-reich und an die Stadt. Die Bauern beider Theile brachen gegeneinander auf, und der Bürgerkrieg erneuerte alle seine Gräuel.

Die Eidgenossen, in den meisten Gefechten und Treffen Sieger,verwüsteten die schönen Ufer des Zürichsccs. Nachdem die erste