Druckschrift 
5 (1851)
Entstehung
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den verunglückten Statthalter Christi trotz dem in Schutz, wasden heiligen Vätern in Konstanz großes Aergcrniß sein mußte.Sie schleuderten also ihren feurigsten Bannstrahl gegen ihn,sinte-mal er, gleich Pharao, sein Herz verstockt, und wider die Thräncnder nothleidendcn Kirche, gleich einer Schlange gegen den Be-schwörer, seine Ohren verstopft habe." Vcrmnthlich hätte ihr Bann-strahl auch schon zu jener Zeit mehr geblitzt, als gezündet, wennihnen nicht der weltliche Arm Siegmunds von Böheim, desrömischen Königs, hilfreich geworden wäre.

Dieser Fürst, der den Mangel innerer Kraft und äußerer Machtdurch Prunk zu ersetzen oder zu verhüllen glaubte, hatte in den-selben Tagen die Freude genossen, vielen Reichsstädten ihre Lehenmit allem Gepränge damaliger Zeit zu ertheilcn. Nur der mäch-tigste Herr in diesen Gegenden Deutschlands, Herzog Friedrich,hatte cs abgclehnt, nach Konstanz zu kommen.- Die schmerzlichgekränkte Eitelkeit des Königs trat daher willig mit dem Zornder heiligen Versammlung in Bund. Er erklärte den Herzog seinerLänder verlustig. Leider fehlte cs dem König aber an Geld undSoldaten, der Achtscrklärung Nachdruck zu geben. Er wandte sichalso an die Eidgenossenschaft, ermunterte sic, sich der BesitzungenOesterreichs in ihren Nachbarstaaten zu bemeistern, und gab ihnenalle Hoffnung, daß sie Eigcnthümer Ihrer Eroberungen bleiben sollten.

Zum Glück hatten die Schweizer erst drei Jahre vorher demHerzog einen fünfzigjährigen Frieden geschworen. Und wie-wohl sie bisher mit dem Erzhanse in beständigen Kriegshändclngewesen waren, hielten sie cs doch für unehrlich, nun der Herzogim Unglück sei, wider ihn das Kriegsbanncr zu heben und den Eidzu brechen. Hingegen der Adel im Thurgau und Schwabenland wardarin weniger gewissenhaft. Er hoffte sich Land und Leute, Lehenund Neichsfreiheit zu erobern, fiel vom Herzoge ab, und beganndie Fehde.