226
ausrief: „Neuigkeiten, mein Vater, Neuigkeiten von derArmee!" Damit lief er auf die Straße, wo ein Man» zuPferd, der sehr stark geritten zu sein schien, nach den beidenPhilipsons, Vater und Sohn, fragte. Es wurde ihm nichtschwer. Colvin z» erkennen, den biirgundischen Geschützmeister.Sein blasses Gesicht verrieth die Angst seiner Seele; seinunordentlicher Aufzug und seine zerbrochene Rüstung, die vomRegen Rostig geworden oder mit Blut gefärbt zu sein schien,bewiesen, daß er einen Kampf durchgemacht und darin wahr-scheinlich de» Kürzeren gezogen hatte. Sein edles Roß warso erschöpft, daß es sich kaum noch auf den Füßen zu haltenvermochte. Der Reiter befand sich in einem nicht viel besserenZustand. Als er abstieg, um Arthur zu grüßen, wankte erdermaßen, daß er ohne augenblickliche Unterstützung zu Bodengefallen wäre. Sein gläsernes Auge halte die Sehkraft ver-loren; seine Glieder waren kaum noch vermögend, sich zu be-wegen und mit halb erstickter Stimme murmelte er, „blosAnstrengung — Mangel an Ruhe und Nahrung."
Arthur half ihm in das Haus und ließ ihm Erfrischun-gen austragen; aber er wies Alles zurück, außer einen BecherWein. Von diesem trank er ein wenig, blickte dann auf denGrafen von Orford und stieß mit dem tiefsten Kummer imGesicht die Worte heraus, „der Herzog von Burgund!"
„Erschlagen?" versetzte der Graf; „ich will nicht hoffen!"
„Es wäre besser so," entgegnete der Engländer, „aberdie Schande ist vor dem Tode über ihn gekommen."
„Geschlagen also?" rief Orford.
„So vollständig und furchtbar geschlagen," antworteteder Krieger; „daß Alles, was ich zuvor von Verlusten gese-hen, unbedeutend ist in Vergleich damit."