167
abzuliefern. Ich kam letzte Nacht während des Sturms nachAir, erfuhr im Palast, daß Ihr hierhergeritten wäret, setztmich zu Pferd, sobald das Unwetter nachließ, und hierbin ich."
„Ich bin Euch zu Dank verpflichtet, Vater," erwiederteArthur, „und wenn ich Eure Mühe durch ein kleines Ge-schenk an Euer Kloster vergelten könnte-"
„Durchaus nicht," antwortete der gute Vater; „wennich mir einige Mühe gemacht habe, so ist es aus Freund-schaft gegen Euern Vater geschehen und mein eigenes Ge-schäft hat mich den Weg geführt. Für die Kosten meinerlangen Reise ist hinlänglich gesorgt. Aber öffnet Euer Päck-chen, ich habe Zeit, auf Eure Fragen Antwort zu geben."
Der junge Mann trat demgemäß in eine Fenstervertie-fnng und las, wie folgt:
„Mein Sohn!
Was den Zustand des Landes und die Sicherheitdes Reifens betrifft, so thue ich dir zu wissen, daßes damit noch immer gefährlich aussteht. Der Herzoghat die Städte Brie und Granson eingenommen, diefünfhundert Mann starke Besatzung gefangen und überdie Klinge springen lassen. Aber die Eidgenossen nähernsich mit bedeutender Macht und Gott wird recht richten.Wie die Sache auch gehen mag, es ist ein hitzigerKrieg, in welchem auf beiden Seiten wenig von Scho-nung die Rede ist. Daher gibt es keine Sicherheitfür Leute von unserem Gewerbe, bis etwas Entschei-dendes geschieht. Indessen kannst du die verwittweteFrau versichern, daß unser Geschäftsfreund noch immersehr geneigt ist, das Eigenthum an sich zu bringen.