Land wiederhallte von Freude und Lust, und die gnädigeKönigin konnte, wenn sie sich auch noch so sehr verbarg, keinehundert Schritte weit gehen, ohne auf eine unerwartete Ucbcr-raschung zu stoßen, wie ein hübsches Puppenspiel, oder einefestliche Mummerei. Oft befand sich der König selbst dabei,und störte ihre Einsamkeit, um ihre trüben Gedanken durchirgend einen angenehmen Zeitvertreib zu verscheuchen. Aberdie tiefe Betrübniß der Königin verwarf alle diese Versuchezu ihrer Erheiterung; sie ging zuletzt nicht mehr aus ihrenGemächern und weigerte sich entschieden, auch nur den König,ihren Vater, vor sich zu lassen, weil er gewöhnlich Leute zuihr mitbrachte, deren Künste er für geeignet hielt, ihrenKummer zu bannen. Sie schien mit Widerwillen den Har-fenspielern zuzuhören, nichts von der Gegenwart der Men-schen zu wissen und sie nie zu bemerken. Nur bei einer wil-den und traurigen Ballade, die ein wandernder Engländersang, brach sie in einen Strom von Thränen aus, und gabihm eine werthvolle Kette. Zuletzt, wie ich Euch schon zusagen die Ehre gehabt habe, weigerte sie sich auch ihren Vatervor sich zu lassen, wenn er nicht allein käme. Und dazu hatteer nicht das Herz."
„Ich wundere mich nicht darüber," sagte der junge Mann;„bei dem weißen Schwan! ich bin vielmehr überrascht darüber,daß seine Mummereien sie nicht um den Verstand gebrachthaben."
„Es kam etwas derartiges vor," versetzte Thiebold; „undich will Euer Ehren erzählen, wie das zuging. Ihr müßtwissen, daß der gute König Renö seine Tochter nicht dem bö-sen Geist der Schwermuth überlassen wollte und beschloß,einen Hauptversuch zu machen. Ihr müßt ferner wissen, daßder König, geübt in aller Kunst der Troubadours und Gauk-