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hender Freiheit die Verfassungen durchwehte. Der einzigeFehler, der sich dabei vorfand, war der, daß die Vorrechteund Freiheiten, für welche die größeren Vasallen kämpften,sich nicht gehörig auf die unteren Klaffen der Gesellschaftausdehnten uns denen keinen Schutz gewährten, welche desselbenam meisten bedurften. Die zwei ersten Stände im Staat,der Adel und die Geistlichkeit, erfreuten sich hoher und wich-tiger Vorrechte und selbst der dritte Stand, die Bürger, be-saßen die besondere Gerechtsame, daß ihnen keine neuen Dienste,Bräuche oder Auflagen irgend einer Art, ohne ihre besondereZustimmung auferlegt werden konnten.
Das Andenken an den Herzog Philipp, Karl's Vater,war den Burgundern theuer, denn in den zwanzig Jahren,während welcher dieser Fürst seinen Rang unter den Herr-schern Europa's mit Würde eingenommen, hatte er Schätzeaufgehäust, ohne von den großen, ihm unterworfenen Länderngrößere Steuern zu verlangen oder zu erhalten. Aber dieausschweifenden Entwürfe und der unmäßige Aufwand desHerzogs Karl hatte bereits die Unzufriedenheit seiner Ständeerregt und das gegenseitige gute Vernehmen zwischen Fürstund Volk fing an, auf der einen Seite dem Argwohn undMißtrauen, auf der anderen dem Trotze Platz zu machen.Der Widerspruchsgeist der Stände hatte zuletzt sich gesteigert;sie mißbilligten laut die verschiedenen Kriege, in welche sichihr Herzog ohne Noth eingelassen, und die Anwerbung sogroßer Haufen von Miethtruppen erregten in ihnen den Ver-dacht, er möchte die Steuern, die ihm feine Unterthanen ver-willigten, am Ende dazu verwenden, um seine fürstlichenRechte über die Gebühr auszudehnen und die Freiheit desVolkes zu vernichten.
Dabei umgaben jedoch des Herzogs beständiges Glück in