Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
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Ihr seid schleckt unterrichtet, mein Herr," sagte er,die Leute sind keine harmlosen Hirten und Bauern, wieSuch zu vermnthen beliebt. Ware» sie daS, so konnte ich sieverachten. Aber aufgeblasen auf ein paar Siege über dietragen Oesterreichcr, habe» sie alle Achtung vor der Macht«US den Augen gesetzt, sie geben sich das Aussehen, als wärensie unabhängig, sie bilden Einigungen, machen Einfälle, er-stürmen Städte, verurtheilen Männer von edler Geburt undrichten sie nach Belieben hin. Das ist Euch dunkel und Ihrseht aus, als verständet Ihr mich nicht. Um dein englisches Blutaufzuregen uns Lick, in me,ne Gedanke» rückücktlich dieserBergbewohner eingehen zu machen, will ich dir sage», daßdie Schweizer für meine Besitzungen in ihrer Nabe wahreSchotten sind; arm, stolz, wild, leicht beleidiat, weil sie bei mKriege gewinnen, schwer zu besänftigen, weil sie sehr rach-süchtig sind, immer bereit, den günstigen Augenblick zu be-nutzen und den Nachbar anzufallen, wenn er in ankere Ge-schäfte verwickelt ist. Dieselben unruhigen, treulosen und ein-gewurzelten Feinde, wie die Schotten für England, sind dieSchweizer für Burgund und meine Verbündeten. Was sagstdu dazu? Kann ich etwas Wichtiges vornehmen, ehe ich denStolz eines solchen Volks gedemülhigt? Das wird mich blosrin paar Tage kosten. Ich will den Bergigel und seineStacheln mit einem Stahlhandschuh erfassen."

Euer Gnaden wi,d also bälder mit ihnen fertig wer-den," crwiederte der Edelmann,als unsere englischen Kö-nigs mit Schottland. Die Kriege haben kort so lange ge-dauert, und sind so blutig gewesen, daß kluge Männer be-dauern, sie je angefangen zu haben."

Ei," antwortete der Herzog,ich will Len Schottennicht die Unehre anthun, und sie in jeder Beziehung mit den