Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
58
Einzelbild herunterladen
 

58

täuschen sie sich so gut, als ihre Freunde. Welches sind dieHoffnungen, auf welche hin Ihr wünscht, daß ich mich aber-mals auf den stürmischen und unsicheren Ocean Eurer bürger-lichen Kriege einschiffen soll?"

Der Graf von Orford zog einen Zettel aus der Tascheund erklärte dem Herzog den Plan für den Zug, der durcheinen Aufstand der Freunde des Hauses Lancaster unterstütztwerden sollte. Wir begnügen uns, zu sagen, daß der Ent-wurf verwegen war bis zur Tollkühnheit; er war jedoch sogut aufgefaßt und zeigte ein so vollendetes Ganzes, daß indiesen Zeiten rascher Umwälzungen und unter der Leitungeines in militärischer Geschicklichkeit und politischem Scharfsinnerprobten Mannes wie Orford große Aussicht auf wahrscheinli-chen Erfolg vorhanden war.

Während Herzog Karl über die Einzelnheiten einer Un-ernehmung nachsann, die mit seinem eigenen Wesen verwandwar und darum etwas Anziehendes für ihn hatte, währender die Beleidigungen überzählte, die ihm sein Schwager,Eduard IV., angethan, die gegenwärtige Gelegenheit eine aus-gezeichnete Rache zu nehmen und die reiche Erwerbung er-wog, die er in der Provence zu machen hoffte, wenn Renövon Anjou und seine Tochter sie ihm überließen, versäumteder Engländer nicht, ihn zu erinnern, wie dringend nöthig eswäre, keine Zeit entschlüpfen zu lassen.

Die Ausführung dieses Planes," sagte er,verlangt dieäußerste Schnelligkeit. Um einen Erfolg möglich zu machen,muß ich mit den Hülfstruppen Euer Gnaden in Englandsein, ehe Eduard von Dork mit seinem Heere aus Frankreichzurückkehren kann."

Da unser würdiger Bruder hieher gekommen ist," ver-