Eingang des Lagers aufgestellt, und in dem Befehlshaber des-selben erkannte Philipson (um dem Grafen den Namen zu ge-ben, unter dem er unseren Lesern mehr bekannt ist) Heinrich Cal-vin, einen Engländer von niedriger Geburt, aber ausgezeich-net durch seine Geschicklichkeit in der Bedienung der furcht-baren Maschinen, welche seit Kurzem im Kriege in allgemei-nen Gebrauch gekommen waren. Die Banner und Fahnen,die jeder Ritter, Freiherr und Mann von Stand wehen ließ,flatterten vor ihren Zelten, und die Eigenthümer dieser wan-delnden Wohnungen saßen halb gewaffnet an den Thüren undsahen den kriegerischen Spielen der Soldaten zu, welche sichmit Ringen, Speerwerfen und anderen Körperübungen er-lustigten-
Lange Reihen der edelsten Pferde sah man da an Pfählegebunden, wie sie mit den Füßen stampften und wiehernd dieKöpfe bewegten, als wären sie der Unthätigkeit müde, zu wel-cher man sie verdammt oder von Zeit zu Zeit dem Futtersich zuwandten, welches in Fülle vor ihnen lag. Die Solda-ten bildeten fröhliche Gruppen um Minnesänger und herum-ziehende Gaukler, oder saßen trinkend in den Marketender-zelten. Andere wandelten mit gekreuzten Armen herum undwandten ihre Augen dann und wann auf die untergehendeSonne, als wünschten sie die Stunde herbei, die einem müßi-gen und darum langweiligen Tage ein Ende machen sollte.
Zuletzt erreichten die Reisenden in der blendenden Man-nigfaltigkeit des militärischen Prunks das Zelt des Herzogsselbst. Bor diesem flatterten schwer im Abendwinde der großeund reiche Banner, in welchem das Wappen eines Fürstenstrahlte, eines Herzogs von sechs Provinzen und eines Grafenvon fünfzehn Grafschaften, der durch seine Macht, seine Sin-nesart und den Erfolg, welcher seine Ueternehmungen beglei-