Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
21
Einzelbild herunterladen
 

21

Es ist in Gefahr gewesen," bemerkte er gegen seinenVater,seit Ihr es nicht geseken und ich auch. Ich genoßletzte Nacht Gastfreundschaft auf einem Schlosse und am Mor-gen begann ein Haufen Lanzknechte in der Nachbarschaft sichwegen ihres Soldes zu empören. Die Einwohner des Schlossesentflohen, um ihren Gewaltthätigkeiten zn entgehen, und alswir bei Morgengrauen an ihrem Lager vorbeikamen, erschoßmir ein betrunkener Bärenhäuter mein armes Pferd. Ichbin gezwungen gewesen, es auszutanschen und mir diese schwere,flandrische Mähre mit ihrem Stahlsattel und ihrer schlechtenSchabracke gefallen zu lassen."

Unser Weg ist mit Gefahren besäet. Zch habe auchmein Theil gehabt und bin in großer Gefahr gewesen," sagtesein Vater, ohne näher auf die Sache einzugehen,in einemWirthshause, wo ich die letzte Nacht verbrachte. Aber ichverließ es am Morgen und kam glücklich hieher. Ich habeendlich ein Geleite erlangt, um mich in des Herzogs Lagerbei Dijon zu führen und hoffe noch diesen Abend mit ihmzu sprechen. Wenn unsere letzte Hoffnung fehlschlägt, suchenwir den Seehafen Marseille auf, schiffen uns nach Candiaoder Rhvdus ein und verbringen unser Leben bei der Ver-theidigung des Christenthums, da wir nicht mehr für Englandkämpfen können."

Arthur hörte diese unglücksbedeutenden Worte ohne Er-wiederung an; aber sie fielen ihm eben so schwer auf's Herz,als dem Verbrecher das Urtheil des Richters, welches ihnvon der Gesellschaft und all' ihren Freuden ausschließt undzu ewigem Gefängniß verdammt. Die Glocken auf dem Mün-ster fingen in diesem Augenblick an zu läuten und erinnertenden alten Philipson an die Pflicht, eine Messe zu hören. Diesewurde zu jeder Stunde in der einen oder anderen der Capel-