Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
10
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Herz auf der Zunge sitzt. Aber fürchtet nichts Arthur; dennwenn sie grausam genug ist und daran denkt, Euch zu ver'gessen, so könnt Ihr Euch auf eine Freundin verlassen, dieihr solches unmöglich machen wird, so lange sie eine Zungeund Anna Ohren hat."

Damit trippelte Hannchen davon, nachdem sie Philipsonzuerst den Weg gezeigt, auf welchem er in den Hof kommenkönnte, wo die Ställe waren. Hier fand er sein Roß gesat-telt und gezäumt bei etwa zwanzig anderen. Zwölf davontrugen eine Schutzbedeckung von Eisen, eiserne Stirnbänder,Streitsättel n. dgl. Sie waren für eben so viel Reiter oderReisige bestimmt, Lehensleute des Hauses Arnheim, welchees dem Bogt gelungen war, für diesen Dienst zusammen zubringen. Zwei prächtig aufgezäumte Zelter waren für Annavon Geierstein und ihre Lieblingsdirne bestimmt; die anderengeringeren Pferde für die übrige männliche und weiblicheDienerschaft. Auf ein gegebenes Zeichen ergriffen die Reisi-gen ihre Lanzen und stellten sich zu ihren Nossen, bis dieBaronesse mit ihren Dienerinnen aufgesessen waren; dannschwangen auch sie in die Sättel und fingen an, langsam undmit großer Vorsicht vorwärts zu gehen. Schreckenwald rittvoraus und Arthur Philipson hielt sich ihm zur Seite. Annaund ihre Dienerin befanden sich im Mittelpunkt der Be-deckung; ihnen folgte der nicht wehrhafte Theil der Diener-schaft, und drei oder vier erfahrene Reisige zogen im Nach-trab. Sie hatten strengen Befehl gegen einen Ueberfall aufder Hut zu sein.

Als man sich in Bewegung gesetzt hatte, war das erste,was Arthur auffiel, daß die Hufe der Pferde nicht den schar-fen und durchdringenden Ton von sich gaben, der durch dasZusammentreffen von Eisen und Stein sich erzeugt, und als