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Klafter tief sollte er die Treulosigkeit büßen, wenn er sichunterstände, die Ehre einer angenommenen Tochter der Schwei;beschimpfen zu wollen!"
Während Anneli Veilchen sprach, blitzte alles Feuer ei-ner muthigen Bergbewohnerin in ihren Augen und hörte siemit Widerstreben zu, als Anna von Geierstein sich bemühte,den ungünstigen Eindruck zu verwischen, welchen ihre früherenAeußerungen auf ihre einfache, aber getreue Dienerin her-vorgebracht,
„Bei meinem Wort," sagte sie, „bei meiner Seele —Lu thust Artbur Philipson Unrecht — schreiendes Unrecht, wenndu einen solchen Verdacht andeutest; sein Betragen gegen michist immer aufrichtig und ehrenhaft gewesen — ein Freundgegen einen Freund — ein Bruder gegen eine Schwester —hätte in Allem, was er gethan und gesagt hat, nicht mehrAchtung, mehr besorgte Zärtlichkeit, mehr und gleichmäßigereBiederkeit an den Tag legen können. Bei unseren häufigenGesprächen und in unserem Verkehr schien er freilich sehrfreundlich — sehr anhänglich. Aber wäre ich geneigt gewe-sen — und zu Zeiten mag ich es nur zu sehr gewesen sein —— ihn mit Nachsicht anzuhören," — hier stützte das jungeFräulein ihre Stirne auf die Hand und Thränen strömtendurch die zierlichen Finger, — er hat nie von Liebe gesprochen;wenn er solche nährt, so hat ihn ein unüberwindliches Hin-derniß seinerseits abgehalten, mir ein Geständniß davon zumachen."
„Hinderniß?" entgegnete die Schweizerdirne. „Wahr-scheinlich — eine knabenhafte Blödigkeit — eine thörichteVorstellung davon, daß Eure Geburt so hoch über seinereigenen stehe — ein zu weit getriebener Traum von Beschei-denheit, der das Eis eines Frühlingsfrostes für undurchdring-