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18 (1851) Anna von Geierstein
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Bringt den Gefangenen vorwärts," sagte der Ober-richter,gehörig bewacht, wie es unsere geheimen Gesetzevorschreiben; aber nickt mit solcker Strenge, daß dadurchseine Aufmerksamkeit auf das Verfahren des Gerichts unter-brochen oder er verhindert werde, zu hören und zu ant-worten."

Sechs von den Dienern zogen alsbald das Lager unddas Breitergestell, auf welchem Philipson lag, vorwärts undnäherten es dem Fuß des Altars. Darauf entblös'te jederden Dolch; zwei von ihnen lösten die Stricke, welche die Händedes Kaufmanns zusammenhieltcn und flüsterten ihm zu, daßder entfernteste Versuch zu Widerstand oder Flucht das Zei-chen sein würde, ihn niederzustoßen.

Steh auf!" sagte der Frcigraf;horche auf die An-klage, die gegen dich vorgebracht werden wird, und glaube,du wirst in uns eben so gerechte als unbiegsame Richterfinden."

Philipson vermied sorgfältig jede Geberde, welche denWunsch einer Flucht hätte anteuten können, rutschte an denunteren Theil seines B ttes und blieb hier im tlnterleibchenund Unterhosen fitzen, so daß er dem vermummten Freigrafengerade gegenüber sich befand. Selbst in diesen furchtbarenUmständen verlor der unerschrockene Engländer seine Ruhenicht, seine Augenlieder zitterten nicht und sein Herz schlugnickt stärker, obgleich er nach dem Ausdruck der heiligenSchrift ein Pilgrim war im Thale der Schatten des Todes,umringt von Fallstricken und versunken in völlige Finsterniß,während er für seine Sicherheit das Licht gerade am nöthig-sten gebraucht hätte.

Der Freigraf fragte nach seinem Namen, Vaterland undBeschäftigung.