Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
156
Einzelbild herunterladen
 

156

diesem Augenblicke. Er buchte indessen an den Schimpf, denihm ein Streit in solcher Sache und mit einem solchen Mannzuziehen mußte und begnügte sich damit, daß er das so ausdem Stall, den es sich erlesen, vertriebene Thier in einen an-dern neben seinem Gefährte» stellte, auf welchem, wie esschien, keinerlei Ansprüche erhoben wurden.

Hierauf machte sich der Kaufmann trotz der Anstrengun-gen des Tages daran, Len stummen Genossen seiner Fahrtalle die Aufmerksamkeit zu widmen, welche jeder einigermaßenkluge, um nicht zu sagen, menschliche Reifende auf sie ver-wendet. Die ungewöhnliche Mühe, dis sich Pkilipson gab,um seine Pferde ordentlich zu versorgen, obgleich ihn seinAnzug und mehr noch sein Benehmen über diese Knechtsar-beit zu erheben schien, machte selbst auf die eiserne Unempfind-lichkeit Los alten' Hausknechts Eindruck. Er bewies einigeHurtigkeit, den Reisenden, der das Geschäft eines Stallknechtsso wohl inue hatte, mit Haber, Stroh und Heu zu versorgen.Aber auch er bekam nur eine geringe Menge davon und zuübertriebenen Preisen, die augenblicklich bezahlt werden muß-ten. Der Mann trieb die Artigkeit so weit, daß er bis andie Stallthüre vortrat und über den Hof hinüber auf denBrunnen deutete, aus welchem Philipson eigenhändig Wasserholen mußte. So glaubte der Kaufmann, als er die Stall-geschäfte zu Ende gebracht, er habe Theilnahme genug, beidem mürrischen Stallmeister erregt, um von ihm erfahren zukönnen, ob seine Ballen im Stalle sicher wären.

Ihr könnt sie hier lassen, wenn Ihr wollt," gab derHausknecht zur Antwort;aber in Bezug auf ihre Sicherheitwerdet Ihr klüger thun, wenn Ihr sie mitnchmet und Nie-mand dadurch in Versuchung führet, daß Ihr die Augen da-von wegwendet."