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„Ich erinnere mich daran, daß ich völlig in deiner Ge-walt bin. Und nm dir keine Entschuldigung dafür zu lassen,daß dn an einem friedlichen Reisenden Gewalt übst, will ichgestehen," entgegnete Philipson, „daß ich das Päckchen desHerzogs in der Brusttasche meines Wamses trage."
„Thu' es heraus," gab der Statthalter zur Antwort.
„Meine Hände sind gebunden, sowobl durch die Ehre,als im buchstäblichen Verstand," sagte der Engländer.
„Reiß' es ihm ans dem Busen, Kilian," rief Herr Archi-bald, „laß »ns Las Zeug sehen, von dem er spricht."
„Könnte ein Widerstand etwas nützen," versetzte derstandhafte Kaufmann, „so solltet Ihr mir zuerst das Herzausreißen. Aber ich bitte alle Anwesenden zu beachten, daßjedes der Siegel in dem Augenblick, da es mir gewaltsamerWeise abgenommen wird, daran ganz und unverletzt ist."
Als er dies sprach, blickte er auf die Söldner umher,deren Anwesenheit Hagenbach vielleicht vergessen batte.
„Wie, Hund!" schrie Herr Archibald und ließ seiner Lei-denschaft den Lauf, „wollt Ihr meine Leute zur Meutereiaufreizen? Kilian, laß die Soldaten draußen warten!"
Während er dies sagte, steckte er das kleine, aber beson-ders wohl verwahrte Päckchen, welches Kilian dem Kaufmannabgenommen, hastig unter sein eigenes Gewand. Die Sol-daten entfernte» sich, wiewohl zögernd, indem sie rückwärtsblickten, wie Kinder, die von einem Schauspiel vor dem völ-ligen Schlüsse desselben weggebracbt werden.
„So, Kerl!" sing der Hagenbacher wieder an, „jetzt sindwir mebr unter uns- Willst du jetzt unter mehr angemesse-ne» Verhältnissen mit mir handeln und mir sagen, was indiesem Päckchen ist und woher es kommt?"
Anna v. Gelerstein II. 4