Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
36
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daß Agnes, die Tochter Le» ermordeten Albrecht, nachdemsie Ströme von Blut vergossen, um seinen blutigen Tod zuräche», zuletzt die reiche Abtei) Königsfeld gründete. Und da-mit diese einen größeren Anspruch auf Heiligkeit bekomme,machte sie persönlich eine Wallfahrt zu der Zelle des heiligenEinsiedlers und bat ihn dringend, ihre Abtcy dadurch zu eh-ren, Laß er seinen Wohnsitz daselbst nehme. Was war aberseine Antwort? Merke sie dir und zittere!Fort, unbarm-herziges Weib," sagte der heilige Mann,Gott will nicht,daß man ihm mit Blutschuld dien! und verwirft die Ge-schenke, die mit Gewalt und Raub erworben sind. Der All-mächtige liebt das Milleid, die Gerechtigkeit und Menschlich-keit, und will nur von denen verehrt sein, welche diese liebhaben." Und nun, Archibald von Hagenbach, bist Lu zumersten, zweiten und drittenmale gewarnt worden. Lebe wiees einem Manne zusteht, über welchen das Urtheil gesprochenist und der den Vollzug desselben zu erwarten hat."

Als er diese Worte mit drobentem Tone und erzürnterMiene gesprochen, wandte sich der Priester von dem Statt-halter ab. Dieser war zuerst geneigt, ihn verhaften zu las-sen; da er aber an die ernsthafte» Folgen dachte, die cs nachsich ziehen mußte, wenn er gewaltthätig Hand an einen Prie-ster legte, ließ er ihn in Frieden ziehen, denn er wußte wohl,daß seine eigene Unbeliebtheit einen Versuch Hervorrufenkönnte, an ihm selbst eine so große Uebercilung zu rächen.Cr rief daher nach einem Becher Burgunder und ertränktedarin seinen Verdruß. Eben hatte er das Gefäß bis zumGrunde geleert und an Kilian zurückgegeben, als der Wäch-ter von seinem Thurm ein Blasen hören ließ, das die An-kunft von Fremden am Thore der Stadt verkündete.