„Gern," antwortete der Schweizer. „Wisset denn, daßTheodor Donnerhügel, der Lieblingspage des letzten Baronsvon Arnheim, meines Vaters Bruder, war. Nach seines HerrnTode zog er sich in seine Geburtsstadt Bern zurück und wandteseine meiste Zeit dazu an, mich in Len Waffen und kriege-rischen Uebungen sowohl nach deutscher, als »ach Schweizerartzu unterrichten, denn er war in all dem Meister. Er sahmit eigenen Augen und horte mit eigenen Ohren einen gro-ße» Theil der traurigen und geheimnißvvllen Ereignisse, welcheich mitgetheilt habe. Solltet Ihr einmal »ach Bern kommen,so könnt Ihr den guten alten Mann besuchen."
„Ihr meint also," sagte Arthur, „daß die Erscheinung,welche ich diese Nacht gesehen, mit der geheimnißvvllen Hei-rath von Auna's Großvater in Verbindung steht?"
„Ihr müßt," erwiederke Rudolph, „nicht denken, daß ichüber eine so ungewöhnliche Sache eine bestimmte Erklärungabgebeu kann; ich vermag bloß zu sagen, daß, wenn ich nichteine Ungerechtigkeit gegen Euch begehen und Euer Zeugnißin Bezug auf die Erscheinung von diesem Abend in Zweifelziehen will, daß ich dann keinen Ausweg weiß, um sie zu er-klären, als wenn ich daran erinnere, daß man meint, einTheil des Blutes der jungen Dame sei nicht von Adam her-zuleiten, sondern mehr oder weniger von einem der Elemen-targeister, von denen man in alten wie in neuen Zeiten ge-redet hat. Ich kann mich aber irren. Wir wollen sehen, wiesie sich nächsten Morgen benimmt, und ob sie blaß und er-müdet aussieht, wie nach einer durchwachten Nacht. Ist diesnicht der Fall, so haben wir Grund zu der Annahme, daßEuch-entweder Eure Augen auf seltsame Art getäuscht habenoder daß Ihr eine gespenstische Erscheinung gehabt habt, dienicht von dieser Welt ist."