Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
208
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Behendigkeit nöthig ist. Sie erscheine unter der Gesellschaftund verschwinde auS derselben mit einer unbegreiflichenSchnelligkeit; Hecken, Gitter oder ähnliche Hindernisse werdenvon ihr auf eine Weise übersprnngen, Laß das wachsamsteAuge nichts davon zu entdecken im Stande sei. Man hatte'sie im einen Augenblick ans der einen Seite deS Schlagbaumsbemerkt und im andern sah sie der Zuschauer gerade nebensich auf der anderen Seite stehen.

Zn solchen Augenblicken, wenn ihre Augen funkelten, ihreWangen sich rötheten und ihre ganze Gestalt sich belebte, be-hauptete man, werfe die Schnalle mit dem Opal in ihrenLocken, ein Schmuck, den sie nie ablegle, den kleinen Funkenoder das züngelnde Flämmchen, das er beständig ausstrahlte,mit erhöhter Lebhaftigkeit von sich. Auf dieselbe Art. glaubteman, fange das Juwel, wenn in der Halbdunkeln Halle Her-nnonens Gespräch ungewöhnlich lebhaft wurde, zu funkelnan und strakle einen zwickeruden und leuchtenden Glanz vonsich, der von dem Stein selbst auszugehen und nicht auf diegewöhnliche Weise durch das Zurückwerfen eines äußeren Lichtshervorgebracht zu werden scheine. Man hörte auch ihre Zofendie Vermuthung aussprechen, daß sie dunkelrothe Funken be-merken könnten, die dem geheimnißvollen Geschmeide ent-sprächen, wenn ihre Herrin von einem schnellen und kurzenUnwillen erregt werde, als ob es an den Gefühlen der Trä-gerin Theil nehme. (Dies war die einzige Schwäche in ihremWesen, die sie von Zeit zu Zeit an den Tag legte ) Weitererzählten die Frauen, die sie beim Anziehen bedienten, daßder Edelstein immer nur wenige Minuten weggclegt werde,wenn die Haare der Freifrau gekämmt wurden; daß sie un-gewöhnlich schweigsam und still se*. so lange er bei Seiteliege und sehr besorgt, wenn eine Flüssigkeit in die Nähe