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18 (1851) Anna von Geierstein
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schwerere Gestalt als die ihrige darauf gestanden. Aber wiesie immer daher gekommen war, sie ruhte darauf so leichtund sicher wie ein Hänfling, der sich aus der Luft auf eineRosenknospe Herabgelaffen hat. Der erste Sirahl der aus-gehenden Sonne fiel durch ein dem Gestell gerade gegenüberliegendes Fenster berein und vermehrte den Eindruck derschönen Gestalt, die so bewegungslos blieb, als wenn sie inMarmor ausgehauen wäre. Sie verrieth bloß durch ein et-was beschleunigtes Athmen, eine tiefe Röthe und ein leichtesLächeln, daß sie die Anwesenheit des Freiherrn bemerke.

Mochte der Baron von Arnheim auch Gründe zu derErwartung haben, daß er einen Gegensinns erblicken würde,wie er sich ihm jetzt darstellte, die Schönheit desselbenübertraf seine Erwartung so sehr, daß er einen Augenblickathem- und bewegungslos dastand. Er schien sich jedoch schnellzu erinnern, daß cs seine Pflicht sei, die schöne Fremde inseinem Schlosse willkommen zu heißen und sie aus ihrer un-sicher» Stellung zu erlösen. Er trat also mit Worten derfreundschaftlichen Begrüßung auf der Zunge vorwärts undstreckte die Arme aus, um sie von ihrem fast sechs Fuß hohenGestell zu heben; aber die leichte und bewegliche Fremdenahm kaum den Beistand seiner Hand an und sprang ebenso leicht und sicher auf den Boden, als wäre sie aus Som-merfäden gebildet. Bloß der flüchtige Druck der kleinen Handmachte zuletzt dem Freiherr» von Arnheim fühlbar, daß ermit einem Wesen von Fleisch und Blut zu thnn habe.

Ich bin gekommen, wie mir geheißen worden," sagtesie um sich blickend.Ihr könnt Euch auf eine pünktliche undfleißige Lehrerin gefaßt halten und ich hoffe. Ihr werdet Euchals einen aufmerksamen Zögling erweisen."

Nach der Ankunft dieses sonderbaren und reizenden Wesens