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18 (1851) Anna von Geierstein
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aufgefallen wäre. Denn Arthur war gewöhnt früh anfzustehen,um Vorbereitungen für die Tagereise zu machen, zu sehen,ob der Führer zur Stelle sei, ob das Maulthier sein Futterbekam und ähnliche Geschäfte zu besorgen, welche sonst seinenVater belästigt haben würden. Der alte Mann schlief jedoch,ermüdet von den Anstrengungen des vorigen Tages, wie wirbereits gesagt, ungewöhnlich fest. Arthur waffnete sich mitseinem guten Schwert und eilte auf den Grasplatz vor desLandammanns Wohnung beim Grauen eines schönen Herbst-morgens in den Schweizergebirgen.

Die Sonne war eben im Begriff die Spitze des riesigstenaus diesem Tikanengeschlecht zu küssen, aber lange Schattenlagen noch auf dem Grase, das sich unter des jungen MannesFüfen mit einer starken Andeutung von Frost krümmte. Arthurblickte nicht auf die Landschaft, die so lieblich da lag, in derErwartung einer Welle aus dem Tagesgestirn, um dann plötz-lich in ei» glänzendes Dasein zu treten. Er zog das Gehen?seines Schwertes an; als er das Haus verließ, war erschon daran gewesen, es zu festigen, und ehe er die Schnallezurecht gebracht, war er schon viele Schritte auf dem Wegenach dem Platze hin, wo er sich einstellen sollte.

Es war in diesen kriegerischen Zeiten Sitte, eine Auf-forderung zum Kampf als eine heilige Verbindlichkeit anzu-sehen, die allen andern vorging, welche man etwa eingehenkonnte. Man unterdrückte alle inneren Gefühle, welche diewiderstrebende Natur den Forderungen des Herkommens ent-gegensetzen mochte; der Schritt des Geforderten auf den Kampf-platz mußte frei und leicht sein, als ginge er zu einer Hoch-zeit. Ich weiß nickt, ob diese Munterkeit bei Arthur wirklichvorhanden war, aber wenn ste es nicht war, so verriethenweder Blick noch Schritt das Geheimniß.