Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
98
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Wenn's so ginge, wäre es für uns am besten " sagteder Landammann;denn hätten England und Burgund Frankreich zerstückelt, woran in unserer Väter Tagen nicht mebrviel fehlle, so würde der Herzog Karl Muße genug haben,seinen langgenährten Haß gegen unsere Eidgenossenschaft zubefriedigen."

Während sse so redeten, erreichte» ste abermals den Gras-platz vor Arnold Biedermanns Wohnuna. Die Kämpfe derZünglinge batten einem Tanze Platz gemacht. der von denjungen Leuten beiderlei Geschlechts ausgeführt wurde. Ander Spitze desselben standen Anna von Geierstun und derjunge Fremde. Ungeachtet diese Anordnung als die natür-lichste erscheinen mußte, da letzterer ein Gast war und jenedie Stelle der Herrin des Hauses vertrat, so gab sie dochdem Landammann Veranlassung, einen Blick mit dem älterenPhilipson zu wechseln, als ob ste in Zusammenbang mit denVermutkungen stände, die er vor Kurzem ausgesproi'en. Abersobald ihr Obeün und sein älterer Gast erschienen, benutzteAnna von Geierstein den ersten Stillstand im Tan.en, umdasselbe ganz abzubrechen und e n Gespräch mit ihrem Vetterüber die ihrer Sorge anvertrauten häuslichen Angelegenheitenzu beginnen. Philipson bemerkte, daß sei» Wirlh aufmerk amauf die Mittheilungen seiner Nichte horchte, in seiner unge-zwungenen Weise nickte und dadurch zu verstehen gab, ihreBitten werden in geneigte Berücksichtigung genommen werden.

Die Familie ward gleich darnach zum Abendessen zusam-mengerufen. Dieses bestand hauptsächlich aus vorzüglichenFischen, wie sie die nahen Flüsse und Seen lieferten. Dannging ein großer Becher mit dem, was man den Schlaftrunknannte, im Kreise herum. Er wurde zuerst von dem Herrndes Hauses angetrunken, und dann kostete das Mädchen