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„Was bedeutet dieser ungewöhnliche Lärm?" sagte erund erhob die Stimme, aus welche Jedermann mit Ehrfurchtzu horchen gewöhnt war. — „Rüdiger," redete er seinenältesten Sohn an, „hat der junge Fremde den Bogen ge-spannt?"
„Ja, Vater," sagte Rüdiger, „und er hat das Ziel ge-troffen. Solche drei Schliffe hat Wilhelm Teil nicht gethan."
„Znfall, bloßer Zufall!" sagte der Schweizer von Bern.„Keines Mensche» Geschicklichkeit hätte das vollbringen kön-nen, viel weniger ein schwächlicher Mensch, der in Allem, waser sonst mit uns versuchte, den Kürzere» gezogen hat."
„Aber was hat er denn gethan?" fragte der Landammann— „Nein, sprecht nicht alle auf einmal! — Anna von Geier-stein, du hast mehr Verstand und Lebensart, als diese Bursche,sag' mir, wie es bei dem Spiel hergegangen ist!"
Das Mädchen schien etwas betreten über diese Aufforde-rung und schlug die Augen nieder, gab aber ruhig zur Ant-wort:
„Das Ziel war, wie gewöhnlich, eine Taube an einerStange. Alle die jungen Leute, den Fremden ausgenommen,hatten sich mit Armbrust und Bogen daran versucht, ohne zutreffen. Als ich den Bogen von Buttisholz herausbrachte, botich ihn zuerst meinen Vettern an. Keiner wollte ihn nehmenund Jeder, geehrter Oheim, sage, eine Aufgabe, die Euch zuschwer sei, müsse es noch weit mehr für sie sein."
„Da haben sie Recht gehabt," antwortete Arnold Bieder-mann; „und der Fremde spannte den Bogen?"
„Ja, mein Oheim, aber er schrieb zuerst etwas auf einStück Papier und legte es mir in die Hand."
„Und er schoß und traf das Ziel?" fuhr der überraschteSchweizer fort.