Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
40
Einzelbild herunterladen
 

Jüngling,aber ich schäme mich, wenn ich daran denke, wiesehr mein Mnth geschwächt ist. Doch will ich den Antheis,Len Ihr an einem unglücklichen Wanderer genommen, nichtverncherzen und langer auf die feigen Einflüsterungen einesGefühls horchen, welches bis auf diesen Tag meiner Brustfremd geblieben ist."

Das Mädchen blickte ängstlich und mit vielem Antheilauf ihn, als er sich vorsichtig erhob und an dem Baumstammweiter rutschte, der beinahe in borizontaler Richtung mit demFelsen lag und sich zu biegen schien, so wie der Jünglingseine Stellung änderte. Endlich stand er aufrecht und warnur so weit von der Klippe entfernt, auf welcher die Schwei-zerin stand, als auf ebenem Boden ei» starker Schritt zurück-geleat hakte. Aber statt eines Schrittes ans festem und ebenemBoden war es einer, bei dem man einen finstern Abgrundüberschreiten mußte, in dessen Tiefe ein Waldstrom mit un-glaublicher Wutb brauste und kocbte. Arthnr's Knie schlotter-ten, seine Füße wurden wie Blei und schienen ihn nickt mehrtragen zu wollen. Er erfuhr in stärkerem Grade als zuvorden entnervenden Einfluß., weicken einer, der von ihm ingleich gefährlicher Lage überwältigt worden ist, nie vergessenkann und welchen Andere, denen glücklicherweise seine Machtfremd gebli ben ist, nur zu begreifen Mühe haben dürften.

Das Mädchen bemerkte Arthnr's Erregung und sah derenwahrscheinliche Folgen voraus. Um auf die einzige Art, welchein ihrer Gewalt stand, sein Selbstvertrauen wieder herznstellen,sprang sie leicht von dem Felsen auf den Baumstamm undließ sich mit der Leichtigkeit und Ruhe eines Vogels daraufnieder; dann sprang sie im Augenblick wieder auf den Felsen,streckte ihre Hand gegen den Fremden ans und sagte:MeinArm ist mir eine schwache Lehne, aber tretet entschlossen vor-