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suchte Jesus mit seinen Jüngern diesen Tempel; er betete darin;er lehrte darin; er feierte die Festtage mit, wie sic das GesetzMosis vorgeschricben; er wollte einmal die cingcführtcn kirch-lichen Ordnungen nicht gestört sehen, noch minder selber stören.Er kannte die große Mehrzahl der Menschen, wie sic nur vomSinnlichen zum Ucbersinnlichen, von äußerer Zucht zu innererOrdnung, und an der Hand der Kirche zum Religiösen geleitetwerden können.
Wenn man auch wohl Christo angehören kann, ohne irgendeiner öffentlichen Kirche anzugehören: immer wird Jeder sich den-noch gleichsam eine eigene Kirche bauen, und eben damit die Noth-wendigkcit des Kirchlichen bezeugen. Auf diese Art sind in derChristenheit die vielen traurigen Kirchenspaltungen, die Glaubens-partcien, die Sekten, ihre gegenseitigen Verfolgungen entstanden,und alle die grausamen Ucbcl, durch welche ganze Länder undVölker Jahre und Jahrhunderte elend wurden.
Jedem wahren Christen muß daher an Stetigkeit und Achtungseiner Kirche gelegen sein; er muß aus Furcht vor dem Verderben,welches von Glaubcnstrcnnungen und Kirchcnparteien unaus-bleiblich hcrrührt, jede Sektircrei meiden. Er ist dies dem Staatschuldig; er ist eS Gott schuldig, welcher Eintracht und Liebewill. Er muß cs nicht sein, welcher des öffentlichen Gottesdienstesspottet — was Tausenden ehrwürdig heißt, darf kein Gegenstandfrecher Witzelei werden. Er muß cS nicht sei», welcher Priesterund Lehrer lächerlich macht, vielleicht um seine vermeinte Auf-klärung damit zu beurkunden. Wer irgend einen Menschen ver-höhnt, beurkundet ein verderbtes Herz; wer irgend einen Standim Staat verhöhnt, beurkundet seine Unwissenheit in den Ein-richtungen des bürgerlichen Lebens und seine Hinwcgsetzung überöffentliche Ordnung und Gesetze. Mag auch Denkart und Wandelmanches Geistlichen keineswegs mit seinen eigenen Lehre» über-