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6 (1853)
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sprechen« des allgemeinen Willens, Ehrerbietung beweise, liegtin der natürlichen Ordnung der Dinge; daß endlich eine Rang-ordnung in der Kirche unter deren verschiedenen Beamten ein-gcfiihrt worden ist, wie im weltlichen Leben der Völker zu seinpflegt, war unausbleiblich. Es mag dies irdisch heißen; aberdie Kirche selbst ist das Irdische zur Religion, und sür dasIrdische der menschlichen Natur zunächst, und dadurch erst fürden unsterbliche» Geist vorhanden.

Wenn auch in spätem Tagen der christlichen Kirche sehr vonder Einfalt der ersten Zeiten abgcwichcn worden ist: haben dieMenschen nicht überhaupt selbst von ihrer ersten Einfalt verloren?Haben sich nicht alle Bedürfnisse vermehrt, alle Künste, Erfin-dungen und bürgerlichen Verhältnisse vervollkommnet oder neueRichtungen genommen? Mußte die Kirche, die für den Men-schen ist, nicht mehr oder weniger die Farbe des Zeitalters cmpfangc», um ans den Menschen einzuwirkcn und ihm gleichsamunter allen Umständen verwandter zu bleiben? Es mag wahrsein, daß die Diener des Altars oft in vcrwildcrungsvollcn Zeitenihrer cigcnthümlichcn Bestimmung und Würde vergaßen; daß ficihren Leidenschaften fröhntcn, ihrer unmäßigen Prachtliebc, ihremEhrgeiz, ihrer Herrschsucht Genüge thu» wollten, und selbst dazudie Kirche, so wie die Ehrfurcht des Volks mißbrauchten: aberdas, was in sich selbst schlecht und verwerflich ist, konnte nichtbestehen; cs ging ganz oder zum Thcil wieder unter. Alles Un-würdige wird auch ferner nicht bestehen; cS wird ferner unter-gchen, je nachdem die Mehrheit der Menschen reif wird, es cin-zuschcn, um es verachten zn können. Aber was sündige Mensche»sündigten, darf der Kirche nicht angcrcchnct werden. Ihr Zweckbleibt heilig; ihr Mittel schuldlos. War nicht auch die jüdischeKirche von ihrer ursprüngliche» Einfalt gewichen, und der TempelZcrusalemü vielfach durch dessen Diener entweiht? Dennoch be-