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6 (1853)
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Müssen, zur Selbstbckämpfung, wen» Leidenschaften rege wer-den , zur Vervollkommnung in allem Guten, wenn tausend kleineVersuchungen zum Bösen dich umringen und reizen? O nichtdoch! Dieser dein Stolz, diese deine Sicherheit, beweisen schon,du bist weder der Gute, der Starke, welcher du zu sein dircinbildest, noch fähig, ohne äußerliche Einwirkungen dein Gcmüthin jener Höhe zu erhalte», die du selbst von dir forderst. DerGeist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.

Religion und Kirche stehen vereinigt zur Veredlung des innernMenschen. Nicht die Kirche macht selig, -sondern der heilige,fruchtbringende Glaube; aber die Kirche ist des Glaubens Stabund Stütze in dieser irdischen Welt.

Auch Jesus, als er der Welt diesen heiligen Glauben gab,wußte dies sehr wohl. Er kannte die Schwächen des mensch-lichen Geschlechts, und wie nothwcndig anch dem Weisesten imVolk gewisse sichtbare Sinnbilder des Unsichtbaren, gewisse Er-innerungszeichen und Erwcckungsmittcl seien. Hatte er nicht selbstdeswegen die Taufe cingeführt, diese äußere sinnbildliche Hand-lung, für diejenige», welche sich zur Beleimung seiner Lehre,zur Nachahmung seines tugendhaften, menschcnbcglückcnden Wan-dels cinweihcn lassen wollten? Sie sollten, gleichwie das Wasseruns von außen reinigt in der Taufe, bezeugen, daß sic durchsein Wort ihr Gemüth von allem Unflath sündlicher Begierdensäubern wollten. Diese innere Heiligung war das Wesentliche,die äußere Waschung war sinnbildliche Erklärung, war äußereWeihe in die Gemeinschaft der Bekenner, keineswegs die Huldi-gung und Erleuchtung der Seele selbst schon.

Wie zärtlich hat Jesus seine Jünger geliebt, wie zärtlichward er von ihnen allen wieder geliebt! Er kannte ja ihreHerzen, die er selbst gebildet hatte; kannte ja die Kraft ihresGeistes. Dennoch hielt er es keineswegs für überflüssig, ihnenVI. 14»