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6 (1853)
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Aber nicht alle Christen gehören zu der gleichen Kirche; denn inihr sind Parteien und Sekten entstanden, die von einander in derArt des Gottesdienstes, der Gebräuche und in verschiedenen an-dern Meinungen abweichcn. Solche Abweichungen zeigten sichleider schon in den Tagen der Apostel, wo man bald Paulisch,bald Apollisch, bald Kephisch sein wollte. Ernst eiferte der Apo-stel Paulus dagegen: Wer ist nun Paulus? Wer ist Apollos?Diener sind sie, durch welche ihr seid gläubig geworden! sprachPaulus. Ich habe gepflanzet, Apollos hat begossen; aber Gotthat das Gedeihen gegeben. Einen andern Grund kann Niemandlegen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Zesus Christ.(1. Kor. 3, 5. 11.) Aber die Menschen bleiben Menschen;über das Zufällige ward oft das Wesentliche, über das Gewandoft der Körper, über die Kirche der heilige Glaube und desGlaubens heilige Frucht, die Liebe, vergessen. Noch jetzt ist nureine christliche Religion, aber es sind mehrere christliche Kirchen.Doch Alle, in welcher Kirche sie auch beten mögen, wenn sicJesum nicht bloß mit den Lippen, sondern auch mit dem Herzenbekennen, das heißt, wenn sic in seinem Geiste wandeln undthun, sind Christen. Und der Apostel Petrus sagte schon von denJuden sowohl, als von den Heiden: Nun erfahre ich mit derWahrheit, daß Gott die Person nicht anstehet, sondern in allerleiVolk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm an-genehm. (Apostelgesch. 10, 34. 35.) So dürfen wir auch glau-ben, daß Gott nicht anfichct die Person unter denen, die ansChristum alle getauft sind, sondern in jeglicher Kirche, wer ihnfürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm.

Es ist demnach ein wesentlicher Unterschied zwischen der Reli-gion oder der Christuslehre und dem Christusglauben einerseitsund der Kirche anderseits. Die Religion ist das Innere, dasVerhältniß unserS Gemüths zu Gott; die Kirche ist das Acußcre,