len und ü» Ganzen bessere Ordnung beizubehalten. Man fingan, die Lehrer und Priester nach jüdischer Sitte für einen vonweltlichen Ständen abgesonderten Stand zu halten; sie mit Ze-remonien zu weihen, wie bei den Juden und Heiden gebräuchlichwar; gab ihnen besondere Rechte, Fehlbarc aus der Gemeindeauszuschließcn und ihnen Bußen aufzulcgen. Man führte die Sal-bung der Kranken und Sterbenden ein; das geweihte Oel; dieFirmelung und Anderes dieser Art. Die Zahl der Zeremonien,wie die Pracht bei denselben und die Gewalt der Priester in derchristlichen Kirche wuchs besonders, als die Religion Jesu auf-hörte, verfolgt zu werden, und selbst Kaiser und Könige anfingen,fich zu ihr zu bekennen. Da vermehrten sich auch die Festtage,während anfangs der Sonntag nur besonders zum Gottesdienstbestimmt gewesen. Die Ostern und Pfingsten scheinen die erstenFeste der christlichen Kirche gewesen zu sein; bald wurden auchdie Weihnachten, als das GcburtSfest Jesu Christi, gefeiert, unddamit der Anfang des Jahres.
So war Jesus der Stifter unsers Glaubens, aber nicht allererst spät entstandenen kirchlichen Einrichtungen, Gesetze, Vorschrif-ten und Lehren. Diese letzter» entstanden, wie fic jedesmal nachven Umständen nöthig, oder von den Umständen begünstigt waren.Göttlichen Ursprungs ist der Glaube; menschlichen Ursprungs dieOrdnung der verschiedene» Kirchen. Unverändert ist die LehreJesu geblieben; sic ist uns von den Aposteln schriftlich überliefert,und die Worte des Heilandes sind uns von den Evangelisten oderLcbensbeschrcibern des Heilandes ausgezeichnet worden. Aber dieKirche hat im Lauf der Jahrhunderte oft ihre Gestalt, ihre Ord-nungen und Lehrsätze geändert. Christen sind wir Alle, die wiran Jcsnm glauben, auf seinen Namen getauft find, und zu Gottzu kommen hoffen, indem wir nach seiner Lehre leben, und denWillen unserS Vaters im Himmel thun, den er uns offenbarte.