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6 (1853)
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und Gebräuche der allerersten Freunde und Bekenner des Hei-landes befolgten. So entstand jene heilige Gemeinschaft derGläubigen und Frommen, welche sich nachher immerhin ansbrei-tcte; ihre gottesvcrdienstlichcn Einrichtungen mehrte; sich mit An-dern, die davon noch abwichen, cinvcrstand; jene Gemeinschaft,die darauf in der Welt unter dem Namen der christlichen Kirchebekannt ward.

Die Lehren, welche Jesus selbst gegeben, waren sehr ein-fach gewesen. Sic konnten auch vom Ungelehrten, auch vomKinde in ihrer scligmachendcn Wahrheit begriffen werden. Da-her verbreiteten sie sich schnell durch die Welt, und waren keinGegenstand gelehrter und spitzfindiger Untersuchungen. Jesuszeigte den Sterblichen den einigen lebendigen Gott, den Herrndes Weltalls, als ihren Vater; er zeigte ihnen die Ewigkeit alsihr Ziel; ihre Heiligung, die Bekämpfung ihrer Sünden undLeidenschaften, das Vollkommenwerden durch menschenfreundlicheThatcn und Gesinnungen, als ihre Bestimmung. Sein Lebensollte ihres Lebens Vorbild, und Vereinigung mit Gott ihr höch-stes Gut werden. Hingegen erklärte er, daß eine schwärmerischeWcrkhciligkeit, die bloße Beobachtung äußerlicher Gebräuche undkirchlicher Zeremonien, nicht zur ewigen Glückseligkeit führenkönne. Daher sprach auch Johannes, sein Jünger: Das Ge -setz ist durch Mosen gegeben, die Gnade und Wahr-heit aber ist durch Jcsum Christum geworden, undvon seiner Güte haben wir genommen Gnade umGnade. (Joh. 1, 16. 17.)

Nicht also das Acußcrliche der Gebräuche war die neue Re-ligion, welche der Messias dem menschlichen Geschlecht brachteund empfahl; sondern die innerliche, gottgefällige Verbesserungdes Gemüths. Jenes, wie das Gesetz Mosis, ist Mcnschenwerk;aber die Gnade und die Wahrheit, das Heilige und Voll-