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6 (1853)
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schuldigen? Was that er denn Böses? Er lehrte Eintracht,Freundschaft und Selbstaufopferung für den göttlichen Willen,das heißt, für die Tugend; er lebte in unaussprechlicher Dcmwhund beneidete keinen Großen, brach keinem bürgerlichen Gesetzeden Gehorsam; er ging fast freudenlos durch eine Welt, die ihnbis zum letzten Augenblick verkannte, und thciltc Freuden aus,heilte Kranke, tröstete die Leidenden aller Art, und stellte dasverlorne Glück mancher Familie wieder her.

Wie war es auch möglich, daß man ihn, der so cinfaö undwahrhaft gewesen, verkennen mochte? Was hatte er cßcntlichverbrochen, daß ihn seine Mitbürger jedoch nicht all! so-eftig verfolgten bis znm Tode?

Wäre Jesus, der Messias, in unfern heutigen T'-lln erschie-nen, hätte er in unserer Mitte gelebt und gelehrt würde wohlVerachtung, Hohn und Zertrctung sein Loos gew^m sein, wiein den damaligen Zeiten?

Gern möchte ich dannNein!" sagen. ZU", ^ unmcnsch-lH, so roh, so gefühllos ist das heutige Geschlecht nicht;mn, solche Ungerechtigkeiten würden untre Richter, unserefürsten nicht geschehen lassen, noch weniger sitbst begehen.

So möchte ich sprechen. Aber wenn ich d-nn bei mir gedenke,nie der Mensch zu allen Zeiten und in allen Völkern immer»crselbc geblieben ist mit seinen heftigen, selbstsüchtigen Lcidcn-chaften; wenn ich mich des Mordens und der Gräuel erinnere,>cren erschrockene Zeugen wir in unfern äagen waren; mich cr-nncre, wie tausend Unschuldige einer blo^n Meinung, eines leerenVerdachtes willen hingcschleppt word" stnd znm Blutgerüste,Unschuldige ohne Ansehen des höchste Ranges oder der niedrig-sten Dürftigkeit - dann schanderc-ch furchtsam zusammen, undspreche in meinem Herzen: Nein, ^uch heute, o du Unschuld Jesu,auch unter uns wärest Du nick sicher gewesen! - Auch unter