Druckschrift 
6 (1853)
Seite
397
Einzelbild herunterladen
 

397

lebte, aber er war menschlicher Gebrechen nie ganz frcr; er lehrtegroß, aber auch Andere haben mit seinem Geiste und oft nocherhabener gedacht.

Ihr bewundert den Helden, welcher die Freuden des Lebensverschmähte, um seinem Laterlande Ruhm zu erwerben; der indie finstern Gewitter des Schlachtfeldes inuthig hinausging, umseinen Mitbürgern Sicherheit, seinem Vatcrlande Freiheit zu er-kämpfen; der sich in die offenen Arme des Todes stürzte, umEigenthum, Leben und Unabhängigkeit der Seinigen zu retten.Er verdient allerdings den Ruhm der Nachwelt. Aber Anderebei andern Völkern haben eben so hcldenmüthig gethan, wie er,und nicht selten noch größer gehandelt. Er that, was er großvollbrachte, nicht für euchsondern nur für seine Zeitgenossen;nicht für die Zeitgenossen alle, sondern nur für die Wenigen,welche einerlei Vaterland mit ihm hatten.

Zhr bewundert den kühnen Geist des großen Mannes, der eswagte, auf dem ungestümen Weltmeere hinauszuschiffen, umneue Welttheile zu entdecken und unsere Kenntniß von den Wer-ken des Schöpfers zu erweitern; der Hunger, Svnnengluth undFrost nicht scheute, nicht den Zorn wilder Menschen und Thierern nie gesehenen Gegenden, um uns die edeln Früchte entfernterHimmelsstriche zu erobern, und unser irdisches Dasein mit neuenBequemlichkeiten zu verannehmlichen. Aber nach ihm beschifftenauch Andere, und oft mit größerm Glück und Muth, die vonihm erforschte Bahn. ^Scin Ruhm und Preis schwebte ihm mittenin den Gefahren vor Augen, nicht die Liebe und ras Heil An-derer. Nur für seinen Fürsten, nur für sein Volk wagte er sichin die Tod drohenden Stürme hinaus, nicht für die Genossen an-derer Völker und anderer Zeiten.

Nur Einer war auf Erden der brachte alles Glück seinerLage, die Ruhe seiner Stunden, sein Blut endlich selbst, frei>