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Er war gefunden! Dein Freund, Dein Schüler mußte Dichzur Schlachtbank führen. Ach, die Welt wußte cs wohl, daßkeine Wunde tiefer schmerzt, als die wir von einer geliebtenHand empfangen; sie wußte es, daß der Undank immer seinenWohlthätern den bittersten Kelch reicht. Darum, leidender Jesus,mußtest Du ihn von der Hand Deines eigenen Jüngers empfan-gen. Mit den Lippen, die Dir oft ewige Treue schwuren, mitden Lippen, die Dich oft voll Ehrfurcht küßten, gab der Treu-lose Dir den falschen Kuß des Verrathcö.
Mein Freund, warum bist du gekommen? — Mehrsprachst Du nicht zu ihm. Ach, der Elende fühlte das Entsetz-liche seines Verbrechens und Deine Unschuld, Deine Hoheit. Erfloh — er sah Dein Angesicht nicht wieder. Erschrocken undschüchtern flohen Deine Jünger alle, da sie Dich von der be-waffneten Mörderschaar hinweggeschleppt sahen. Deine Freundestanden trauernd in der Ferne. Ihre Macht war zu schwach,Dich zu retten.
Einsam gingst Du unter den Todfeinden zum Gericht; ein-sam, wie Du in Gethsemane gewesen warst, als Dich die ersteAugst des hcrannahcndcn Todes ergriffen hatte, da Du riefestvoll unaussprechlicher Wehmuth: Meine Seele ist betrübtbis in den Tod!
O, diese Nacht voll banger Qualen, Du hast sie, Jesus,auch meinetwillen erlebt; auch ich habe Theil an dem Schweiße,mit welchem die Angst Deine herrliche Stirn benetzte. Undwährend Du littest, während Deine Jünger ruhig schliefen,Hlief auch ich noch im dunkeln Schoose der Zukunft. — Namcn-lse Liebe, ewig werde ich Dein gedenken! Ihr Schrcckensstundcnvon Gethsemane, ihr habt meine Ruhe, meine Seligkeit erkauft.Nur^csu Muth hielt allein die himmlische Wahrheit seiner Lehreempor^daß sie nicht unterginge. Hatte Jesus wanken können,